Lufthansa-Chef Carsten Spohr setzt auf eine politische Wende im laufenden Jahr. Die mögliche Öffnung des russischen Luftraums könnte das schwächelnde Asien-Geschäft des Konzerns binnen Monaten transformieren. Doch während das Management optimistisch in die Zukunft blickt, kämpft die Airline mit konkreten Problemen im Hier und Jetzt.
Die wichtigsten Fakten:
– Spohr rechnet 2026 mit Öffnung des russischen Luftraums
– Operative Marge von 8-10 Prozent bis 2030 angepeilt
– Swiss streicht am Wochenende wetterbedingt weitere Flüge
– ITA-Integration soll Südatlantik-Kapazitäten verdoppeln
– Barclays bestätigt „Equal Weight“ mit Kursziel 7,70 Euro
Der Gamechanger für das Asien-Geschäft
Die Kernbotschaft aus dem aktuellen FAZ-Interview ist eindeutig: Eine Wiedereröffnung der direkten Flugrouten über Russland würde die Wettbewerbsverzerrung gegenüber chinesischen Airlines sofort beseitigen. Während diese weiterhin den kürzeren Weg nutzen dürfen, zwingen die aktuellen Sanktionen Lufthansa zu kostspieligen Umwegen über Zentralasien oder die Polarroute.
Die operative Konsequenz: längere Flugzeiten, höherer Kerosinverbrauch und schwächere Margen auf lukrativen Strecken nach China und Japan. Spohr knüpft an eine politische Entspannung die Hoffnung, diese strukturellen Nachteile im Jahresverlauf eliminieren zu können.
Parallel treibt der Konzern die Integration von ITA Airways voran. Die italienische Tochter soll als Drehkreuz für den Südatlantik dienen und das Angebot in dieser Region verdoppeln. Ziel ist eine breitere geografische Diversifikation, um die traditionelle Abhängigkeit vom Nordatlantik-Verkehr zu reduzieren.
Operative Realität: Winterchaos und Routensperrungen
Die Gegenwart sieht weniger rosig aus. Am Flughafen Zürich musste die Swiss am Samstag erneut ein Dutzend Verbindungen streichen – Frankfurt, London, Nizza und weitere Ziele fielen wetterbedingt aus. Seit Jahresbeginn summieren sich die Annullierungen bei der Schweizer Tochter auf über 90 Flüge.
Hinzu kommen geopolitische Zwänge: Flüge nach Teheran bleiben aufgrund der Sicherheitslage ausgesetzt, eine Wiederaufnahme für Mitte Januar steht unter Vorbehalt. Nach jüngsten Spannungen meidet der Konzern zudem den venezuelanischen Luftraum, was die Bogotá-Route verlängert und verteuert.
Analyst bleibt vorsichtig
Barclays bekräftigte am Freitag das Votum „Equal Weight“ mit einem Kursziel von 7,70 Euro. Die britische Bank sieht Fortschritte bei Lufthansa Technik und im Frachtgeschäft, mahnt jedoch bei der Kostenstruktur im Passagiergeschäft zur Vorsicht. Die Aktie notiert aktuell bei 8,87 Euro und hat sich seit dem 52-Wochen-Tief von 5,60 Euro im Januar deutlich erholt.
Das langfristige Margenziel von 8 bis 10 Prozent bis 2030 steht und fällt mit der Normalisierung der Asien-Routen. Ohne Zugang zum russischen Luftraum dürfte dieses Ziel ambitioniert bleiben.
Was jetzt zählt
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich die Buchungszahlen für den Sommerflugplan 2026 stabilisieren. Entscheidend ist auch, wie schnell sich die operative Lage bei der Swiss normalisiert und ob weitere geopolitische Störungen die Routenplanung belasten. Konkretisiert sich Spohrs Russland-Szenario, könnte die Aktie strukturelles Aufholpotenzial entwickeln. Bis dahin dominieren kurzfristige operative Herausforderungen das Bild.
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