Lufthansa Aktie: Spohr gegen Goldman
Lufthansa-Chef Spohr demonstriert mit Aktienkauf Vertrauen, während Goldman Sachs die Aktie zum Verkauf stuft. Die Analystenmeinungen sind angesichts der Kerosinkosten gespalten.

Kurz zusammengefasst
- CEO Spohr kauft 10.000 Aktien zu 7,52 Euro
- Goldman Sachs stuft auf 'Sell' mit Ziel 6,60 Euro herab
- Hohe Kerosinkosten könnten Ergebnis stark belasten
- Andere Banken sehen Potenzial mit Kurszielen bis 11 Euro
Ein seltenes Bild bei der deutschen Fluggesellschaft: Während Vorstandschef Carsten Spohr mit einem signifikanten Insiderkauf Vertrauen demonstriert, streicht eine führende US-Investmentbank ihre Kaufempfehlung. Die unterschiedlichen Einschätzungen zur künftigen Treibstoffrechnung spalten derzeit die Meinungen am Markt.
Mitten in einer ausgeprägten Schwächephase sendet die Führungsetage ein klares Signal. Konzernchef Spohr erwarb kürzlich 10.000 Anteilsscheine zu einem Kurs von 7,52 Euro. Dass die Papiere aktuell bei nur noch 7,13 Euro notieren und damit auf Monatssicht über 21 Prozent an Wert verloren haben, unterstreicht das schwierige Marktumfeld. Der CEO bewertet die jüngsten Kursverluste offensichtlich als Einstiegsgelegenheit.
Analysten uneins über Kerosin-Risiko
Völlig anders schätzt Goldman Sachs die Lage ein. Analyst Patrick Creuset stufte den Titel von „Neutral“ auf „Sell“ ab und senkte das Kursziel auf 6,60 Euro. Verantwortlich für den Pessimismus sind die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf die Kerosinpreise. Zwar hat die Airline über 80 Prozent ihres Jahresbedarfs abgesichert, allerdings greift dieser Schutz primär bei Roh- und Gasöl. Die stark gestiegene Preisdifferenz zum tatsächlich benötigten Jet-Kerosin könnte laut den Experten im zweiten und dritten Quartal zu Belastungen von rund einer Milliarde US-Dollar führen.
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Abseits der Treibstoff-Sorgen präsentiert sich das operative Geschäft historisch stark. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 erzielte der Konzern mit 39,6 Milliarden Euro den höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte und verbesserte das operative Ergebnis auf zwei Milliarden Euro. Entsprechend zuversichtlich äußern sich andere Marktbeobachter, die im starken Kontrast zur Goldman-Studie stehen:
- Kepler Capital: „Buy“ mit Kursziel 11,00 Euro
- UBS: „Buy“ mit Kursziel 9,50 Euro
- Barclays: „Equal Weight“ mit Kursziel 8,00 Euro
Tarifgespräche vor Ostern
Parallel zeichnet sich eine Entspannung im Tarifkonflikt ab. Die Pilotengewerkschaft VC signalisiert Verhandlungsbereitschaft bezüglich eines Umbaus der Altersversorgung, der gleichzeitig Kosten senken und Renten erhöhen soll. Ein erfolgreicher Kompromiss bei dem anstehenden Treffen vor den Osterfeiertagen würde den wichtigen Sommerverkehr absichern.
Die tatsächliche Belastung durch die gestiegenen Energiekosten manifestiert sich spätestens am 6. Mai, wenn das Unternehmen die nächste Quartalsbilanz präsentiert. Goldman Sachs rechnet vor, dass ein zehnprozentiger Anstieg der Treibstoffrechnung das operative Ergebnis um 36 Prozent drücken würde. Damit fungiert dieser Termin als nächster harter Katalysator für die weitere Kursentwicklung.
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