Lufthansa Aktie: Streik-Eskalation!

Ein ganztägiger Streik von Piloten und Flugbegleitern legt den Lufthansa-Flugverkehr lahm und belastet die Aktie. Die Gewerkschaften fordern höhere Renten und einen Sozialplan.

Redaktion Stock-World ·
Lufthansa Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Streik legt nahezu gesamten Flugbetrieb lahm
  • Gewerkschaften fordern höhere Renten und Sozialplan
  • Vorstand lehnt Forderungen als zu kostspielig ab
  • Konzernstrategie mit Billigtochtern schürt Konflikt

Die Lufthansa-Aktie steht heute massiv unter Druck – zeitweise verliert der Titel über vier Prozent auf 8,85 Euro. Verantwortlich für den Kursrutsch: Eine Streikankündigung, die für Donnerstag nahezu den kompletten Flugverkehr lahmlegen könnte. Zwei Gewerkschaften greifen gleichzeitig an, das Ausmaß der Flugausfälle ist enorm.

Die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo haben Piloten sowie Flugbegleiter zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Bestreikt werden sollen sämtliche Starts der Gesellschaften Lufthansa und Lufthansa Cityline von deutschen Flughäfen – von Frankfurt und München über Hamburg, Düsseldorf und Berlin bis nach Stuttgart und Hannover. Selbst Frachtflüge sind betroffen, und das ausgerechnet im 100. Jubiläumsjahr des Kranichkonzerns.

Gewerkschaften fordern Sozialplan und höhere Renten

Die Piloten streiken offiziell für höhere Arbeitgeberbeiträge zur Betriebs- und Übergangsrente. Eine entsprechende Urabstimmung liegt bereits seit Herbst vor. Die Kabinengewerkschaft Ufo will mit dem Warnstreik Verhandlungen zu Tarifverträgen erzwingen – ohne vorherige Urabstimmung. Der Grund: Rund 800 Jobs bei der Regionaltochter Cityline sind durch die Konzernstrategie bedroht. Ufo fordert einen tariflichen Sozialplan, doch Verhandlungen würden vom Management schlicht verweigert.

Unter Schlagworten wie „Produktivität“ und „Flexibilität“ verlange Lufthansa weiter tarifliche Verschlechterungen, kritisiert Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger. Gleichzeitig verweigere der Arbeitgeber jede ernsthafte Diskussion über Schutzmechanismen für die Kabinenbeschäftigten.

Vorstand wehrt sich gegen Kostensteigerungen

Personalvorstand Michael Niggemann kontert scharf: Die Streiks seien eine „völlig unnötige Eskalation“. Die Forderungen der Gewerkschaften würden weitere starke Kostensteigerungen bei der Lufthansa-Kerngesellschaft bedeuten, wo es keinerlei Spielraum gebe. Piloten gingen bereits heute mit monatlichen Bezügen von durchschnittlich 8.400 Euro in den Ruhestand – die Forderungen der Vereinigung Cockpit gingen weit darüber hinaus. „Wir können eine Top-Versorgung nicht einfach noch mal verdoppeln“, so Niggemann.

Auch bei der Kabine sieht der Manager keine Verhandlungsmasse: Die Ufo-Forderungen zum Manteltarif liefen auf weitere Kostensteigerungen von rund zehn Prozent hinaus. Bereits heute liege die Produktivität der Besatzungen bei der Kerngesellschaft zehn bis 20 Prozent hinter dem Wettbewerb.

Konzernstrategie sorgt für Zündstoff

Im Kern des Konflikts steht die umstrittene Konzernstrategie: Lufthansa hat in den vergangenen Jahren neue Flugbetriebe wie City Airlines und Discover gegründet, um dort zu günstigeren Tarifbedingungen zu fliegen. Die Crews verdienen dort deutlich weniger. Laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr kann Wachstum im Konzern nur dort stattfinden, wo Geld verdient wird.

Erst diese Woche wurde bekanntgegeben, dass City Airlines nun erstmals auch das Drehkreuz Frankfurt bedient. Bis Herbst soll die Flotte dort auf sieben Airbus A320 wachsen, 280 neue Beschäftigte werden gesucht. Für Passagiere ist kaum zu erkennen, mit welcher Gesellschaft sie fliegen – City Airlines ist voll in den Lufthansa-Flugplan integriert.

Die betroffenen Passagiere dürften massive Ausfälle erwarten. Lufthansa verspricht betroffenen Reisenden kostenlose Umbuchungen und hat umfangreiche Flugstreichungen angekündigt. Erst für Freitag rechnet die Airline wieder mit einem normalen Flugplan. Anleger reagieren nervös – die Aktie bleibt vorerst im Abwärtstrend.

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Lufthansa Aktie

7,20 EUR

– 0,01 EUR -0,19 %
KGV 12,94
KUV 0,21
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 4,64 %
Marktkapitalisierung 8,76 Mrd. EUR
Ø Kursziel 9,40 EUR
ISIN: DE0008232125 WKN: 823212

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