Lufthansa Aktie: TAP-Einstieg bis 49,9 Prozent geplant
Lufthansa treibt Südeuropa-Expansion voran, stößt aber auf Gewerkschaftsprotest. Steigende Kerosinkosten und neuer Großaktionär prägen das Bild.

Kurz zusammengefasst
- Widerstand gegen TAP-Einstieg
- Integration von ITA Airways läuft
- Kerosinkosten steigen massiv
- Kühne baut Anteil auf 20% aus
Die Lufthansa treibt ihre Expansion in Südeuropa voran. Doch der geplante Einstieg bei TAP Portugal stößt auf massiven Widerstand. Die Pilotengewerkschaft SPAC hat sich mit deutlichen Bedenken an die portugiesische Regierung gewandt. Ein Konflikt, der die Strategie von Konzernchef Carsten Spohr durchkreuzen könnte.
Widerstand aus Lissabon
Die SPAC-Piloten kritisieren die Arbeitsbeziehungen im Lufthansa-Konzern. Sie verweisen auf die jahrelangen Konflikte mit der deutschen Gewerkschaft Vereinigung Cockpit. Von potenziellen Käufern fordern sie „solide Integrität“ in arbeitsrechtlicher Hinsicht.
Für Lufthansa ist TAP strategisch wertvoll. Die Portugiesen sind stark auf den Routen nach Südamerika. Der Konzern peilt eine Beteiligung von bis zu 49,9 Prozent an.
Parallel läuft die Integration von ITA Airways. Die italienische Gesellschaft ist bereits der Star Alliance beigetreten. Die Mehrheitsübernahme auf 90 Prozent ist für das erste Quartal 2027 geplant.
Kosten steigen, Aktionär wird stärker
Eine große Belastung sind die Kerosinkosten. Der Konzern rechnet für 2026 mit zusätzlichen Treibstoffkosten von rund 1,7 Milliarden Euro. Zwar ist Lufthansa zu 80 Prozent gegen Ölpreisschwankungen abgesichert. Die verbleibende Lücke drückt auf die Margen.
Trotzdem steigerte der Konzern im ersten Quartal den Umsatz um acht Prozent auf 8,7 Milliarden Euro – ein Rekordwert für ein Auftaktquartal. Das bereinigte operative Ergebnis verbesserte sich um 110 Millionen Euro auf minus 612 Millionen Euro.
Indes verändert sich die Aktionärsstruktur. Klaus-Michael Kühne hat seine Beteiligung auf 20 Prozent ausgebaut. Der Logistik-Unternehmer ist nun dominanter Ankeraktionär und signalisiert über seinen Aufsichtsratsvertreter Interesse an einer stabilen Kapitalstruktur und einer aktionärsfreundlichen Dividendenpolitik.
Aktie erholt sich
Trotz der Unsicherheiten zeigte sich die Lufthansa-Aktie zuletzt freundlich. Am Montag schloss sie bei 8,19 Euro. Das Papier legte innerhalb einer Woche um knapp sieben Prozent zu, auf Sicht von 30 Tagen sogar um 13 Prozent. Der RSI von 75 deutet allerdings auf eine überkaufte Situation hin. Seit Jahresbeginn steht noch ein Minus von gut vier Prozent.
Die kommenden Wochen bringen Klarheit. Dann werden Details zum Bieterverfahren für TAP erwartet. Entscheidend wird sein, ob Lufthansa die Kostensteigerungen durch die starke Nachfrage im Sommer kompensieren kann.
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