Lufthansa Aktie: TAP-Zuschlag reicht nicht?
Die DZ Bank reduziert ihre Bewertung auf 7,80 Euro und hält an der Einstufung fest; der TAP-Einstieg benötigt weitere Genehmigungen.

Kurz zusammengefasst
- DZ Bank senkt fairen Wert auf 7,80 Euro
- Einstufung der Lufthansa-Aktie bleibt unverändert
- TAP-Beteiligung noch nicht genehmigt
- Lufthansa trifft Vorsorge bei Kerosinversorgung
Die DZ Bank hat am Freitag den fairen Wert der Lufthansa-Aktie von 8,60 auf 7,80 Euro gesenkt. Die Einstufung blieb bei „Halten“. Damit fällt die jüngste Analystenaktion zurückhaltend aus, obwohl Lufthansa zuvor als bevorzugter Partner für den Einstieg bei TAP Air Portugal ausgewählt worden war. Der Zuschlag ist allerdings noch keine abgeschlossene Übernahme.
Niedrigerer Bewertungsmaßstab trotz TAP-Auswahl
Die DZ Bank setzt mit ihrer Anpassung einen niedrigeren Bewertungsmaßstab an, ohne ihre grundsätzliche Empfehlung zu ändern. Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Die Herabsetzung des fairen Werts ist keine Verkaufsempfehlung. Eine Begründung mit einzelnen operativen Entwicklungen lässt sich daraus ebenfalls nicht ableiten.
JPMorgan hatte am Donnerstag die Einstufung „Neutral“ mit einem Kursziel von 7 Euro unverändert gelassen. Eine weitere Analysteneinschätzung vom selben Tag zum TAP-Zuschlag lautete „Market-Perform“ bei einem Kursziel von 9 Euro.
Die Bewertungen ergeben damit kein einheitliches Bild zum Wert der Aktie. Gemeinsam ist ihnen die zurückhaltende Einstufung. Der ausgewählte Einstieg bei TAP führte bei den genannten Einschätzungen vom Donnerstag nicht zu einer optimistischeren Empfehlung.
TAP-Einstieg bleibt genehmigungspflichtig
Portugals Regierung wählte Lufthansa am Mittwoch als bevorzugten Partner für den Erwerb von 44,9 Prozent an TAP Air Portugal aus. Nach Unternehmensangaben hatte Lufthansa dafür 1,025 Milliarden Euro geboten. Die Auswahl bedarf weiterer Genehmigungen.
Entscheidend bleibt damit der Unterschied zwischen der Auswahl im Bieterverfahren und dem tatsächlichen Abschluss. Anleger sollten den Zuschlag nicht mit einer bereits vollzogenen Beteiligungsübernahme gleichsetzen.
Finanzvorstand Till Streichert sagte laut Reuters am Donnerstag, der Abschluss des zunächst ausgewählten Einstiegsangebots werde in der ersten Hälfte 2028 erwartet. Zugleich führe Lufthansa Gespräche über einen möglichen späteren Erwerb der verbleibenden 50,1 Prozent.
Ein vollständiger Erwerb ist damit eine Möglichkeit, keine beschlossene Transaktion. Auch der erwartete Abschluss des ersten Schritts bleibt eine Zukunftsaussage.
Kerosinversorgung erfordert Vorsorge
Im laufenden Betrieb reagierte Lufthansa am Donnerstag auf eine knappere Kerosinversorgung am Frankfurter Flughafen. Nach einem Bericht des Spiegel ließ das Unternehmen Flugzeuge auf ausgewählten Zubringerflügen vorsorglich zusätzlichen Treibstoff aufnehmen.
Lufthansa erklärte zugleich, deshalb derzeit nicht mit Flugstreichungen zu rechnen. Für Anleger stehen somit unterschiedliche Sachverhalte nebeneinander: eine gesenkte Bewertung durch die DZ Bank, ein noch genehmigungspflichtiger Beteiligungserwerb und operative Vorsorgemaßnahmen ohne aktuell erwartete Flugausfälle. Keiner dieser Punkte sollte mit einem weitergehenden Verfahrensstand verwechselt werden.
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