Lufthansa Aktie: Zorn bremst Emirates
Lufthansa erweitert das Premiumangebot, verlangt höhere Sitzgebühren und wehrt sich gegen zusätzliche Emirates-Rechte. Die Aktie bleibt stabil.

Kurz zusammengefasst
- Allegris-Businesssitze bringen zehn Prozent mehr Erlös
- A350-1000 erhält 88 Premiumplätze
- Komfortplatz-Auswahl kostet künftig 170 Euro
- Lufthansa lehnt weitere Emirates-Rechte ab
Die Deutsche Lufthansa AG baut ihr Angebot an margenstarken Sitzplätzen in der Langstreckenflotte massiv aus. Wie am heutigen Dienstag bekannt wurde, prüft der Konzern die Integration zusätzlicher Premiumsitze in neuen Interkontinentalflugzeugen.
Hintergrund dieser Pläne ist das Ziel, bis zum Jahr 2030 eine operative Marge zwischen 8 und 10 Prozent zu erreichen. Insbesondere das neue Kabinenkonzept „Allegris“ erweist sich dabei als Erlöstreiber: Die neuen Business-Class-Sitze erzielen laut Unternehmensangaben einen um 10 Prozent höheren Durchschnittserlös im Vergleich zum bisherigen Standard.
Fokus auf First und Business Class bei neuen Jets
Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist der Airbus A350-1000, dessen erste Auslieferung für Oktober 2026 geplant ist. Die Flugzeuge sollen mit insgesamt 300 Plätzen ausgestattet werden, wobei der Fokus deutlich auf zahlungskräftige Kunden gerichtet ist.
Die Konfiguration sieht 4 Plätze in der First Class, 49 in der Business Class sowie 35 in der Premium Economy vor. Lediglich 212 Plätze entfallen auf die klassische Economy Class.
Parallel zur Aufwertung der Kabinen erhöht die Fluggesellschaft die Gebühren für Zusatzleistungen. In den Maschinen des Typs Airbus A380 wird die gezielte Auswahl besonders komfortabler Plätze teurer.
Für Optionen wie den „Privacy Seat“ oder das „Extra Long Bed“ wird künftig eine Gebühr von jeweils 170 Euro erhoben. Von diesen Kosten befreit bleiben lediglich Mitglieder des HON Circle, während Inhaber des Senator-Status nur den Privacy Seat kostenfrei wählen können.
Widerstand gegen zusätzliche Flugrechte für Emirates
Unterstützung für ihre Marktposition erhält die Lufthansa aus der Politik. Armand Zorn, Fraktionsvize der SPD, sprach sich heute gegen die Ausweitung von Start- und Landerechten für die Fluggesellschaft Emirates an deutschen Flughäfen aus. Er mahnte an, dass zusätzliche Marktzugänge genau geprüft werden müssten, damit keine Wertschöpfung ins Ausland verlagert werde.
Emirates strebt seit längerem an, auch Berlin oder Stuttgart anzufliegen. Die Lufthansa lehnt weitere Lizenzen für den Konkurrenten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten strikt ab. Die Äußerungen fielen unmittelbar vor dem Staatsbesuch von Scheich Mohammed Bin Zayed, der am Donnerstag in Berlin mit Bundeskanzler Merz zusammentreffen wird.
An der Börse zeigt sich die Aktie stabil, nachdem sie vor rund einem Monat durch enttäuschende Quartalszahlen und eine Senkung der Prognose massiv unter Druck geraten war. Seit diesem Ereignis verbuchte das Papier ein Minus von 16,1 Prozent.
Am heutigen Dienstag notiert die Aktie bei 7,77 Euro und verharrt damit auf dem Niveau des Vortages. Seit Jahresbeginn weist der Wert einen Rückgang von 7,6 Prozent auf. Damit liegt der Kurs aktuell rund 9,6 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 8,60 Euro.
Historisches Erbe und Flottenbereinigung bei Swiss
Neben der wirtschaftlichen Neuausrichtung widmet sich der Konzern seiner Tradition. Anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums im Jahr 2026 wurde ein Airbus A321 mit einer historischen Lackierung aus den 1950er-Jahren gestaltet, der künftig von Frankfurt aus eingesetzt wird. Gleichzeitig bereitet die Tochtergesellschaft Swiss den Abschied von einem Langstrecken-Klassiker vor.
Der letzte Airbus A340-300 der Schweizer Airline soll nach seiner Ausmusterung Ende 2027 dem Verkehrshaus der Schweiz in Luzern übergeben werden. Die Integration des 125 Tonnen schweren Flugzeugs in die Museumsausstellung ist für Anfang 2028 geplant.
Das Projekt wird mit Kosten in einem hohen einstelligen Millionenbetrag veranschlagt, wobei die finale Finanzierung bis Ende 2026 gesichert werden soll.
Während die Swiss ihre Flotte modernisiert, führen externe Faktoren heute zu operativen Einschränkungen: Aufgrund technischer Störungen bei der britischen Flugsicherung mussten mehrere Flüge von Frankfurt und Düsseldorf nach London gestrichen werden.
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