LVMH: 1% Wachstum unter Erwartung
LVMH verfehlt Analystenerwartungen, die Aktie fällt. Der Konzern verkauft die Reise-Einzelhandelssparte DFS und hofft auf eine Erholung im zweiten Halbjahr.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzwachstum von nur einem Prozent
- Verkauf der Reise-Einzelhandelssparte DFS
- Mode- und Lederwaren schrumpfen
- Analysten erwarten Besserung ab Juli
Schwache Nachfrage, fallende Kurse. Bei LVMH klaffen der eigene Anspruch und die Realität an der Börse derzeit weit auseinander. Die Aktie notiert nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief. Der Luxuskonzern spürt die Zurückhaltung der Käufer deutlich.
Am Freitag ging das Papier bei 452,15 Euro aus dem Handel. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 30 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt mittlerweile gut 17 Prozent.
Ein technischer Effekt drückte den Kurs in dieser Woche zusätzlich. Die Aktie handelte am 28. April ex-Dividende.
Schwaches Quartal bremst Erholung
Die jüngsten Quartalszahlen belasten die Stimmung weiterhin. LVMH verfehlte die Erwartungen der Analysten. Das organische Wachstum lag bei mageren einem Prozent. Währungseffekte kosteten den Konzern sieben Prozent Umsatz.
Das wichtigste Segment schwächelt besonders. Die Mode- und Lederwarensparte schrumpfte um zwei Prozent. Lichtblicke gab es kaum. Uhren und Schmuck legten dank Tiffany organisch um sieben Prozent zu. Auch Weine und Spirituosen wuchsen um fünf Prozent.
Rückzug aus dem Reise-Einzelhandel
Parallel dazu baut das Management den Konzern um. LVMH trennt sich beschleunigt vom Reise-Einzelhandel DFS. Das Unternehmen verkauft das Geschäft in Hongkong und Macau. Auch die Flughafen-Konzessionen in Los Angeles und San Francisco wechseln den Besitzer.
Finanzchefin Cécile Cabanis erklärte den Schritt deutlich. LVMH habe mit DFS hunderte Millionen Euro verloren. Nun erreiche die Sparte endlich die Gewinnschwelle. Der Verkauf entfernt einen permanenten Bremsklotz aus der Bilanz. Im Gegenzug profitiert LVMH künftig weniger von einer möglichen Erholung des asiatischen Reisemarktes.
Analysten setzen auf das zweite Halbjahr
Trotz der schwachen Kursentwicklung bleiben viele Analysten optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 610,80 Euro. Die Spanne der Schätzungen ist allerdings enorm. Sie reicht von 434,60 Euro bis 825 Euro.
Diese Diskrepanz zeigt die Unsicherheit im Markt. Experten wie Carole Madjo von Barclays erwarten eine Besserung erst im weiteren Jahresverlauf. Dafür muss LVMH die Dynamik bei Louis Vuitton hochhalten. Marken wie Dior und Givenchy erfordern derweil mehr Aufmerksamkeit.
Die Hoffnungen ruhen nun auf zwei Schlüsselmärkten. Im ersten Quartal wuchs das Geschäft in Asien ohne Japan organisch um sieben Prozent. Die USA verzeichneten ein Plus von drei Prozent. Diese beiden Regionen müssen im zweiten Halbjahr zulegen, damit die Aktie ihren Abwärtstrend stoppen kann.
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