Mercedes-Benz Aktie: 12 Prozent Rabatt auf C-Klasse

Mercedes-Benz senkt C-Klasse-Preise, bringt ein neues Performance-Modell und verliert den Softwarechef. Die Aktie steigt im Autosektor.

Felix Baarz ·
Moderne, technologisch fortschrittliche Automobilfertigung in einer hochpräzisen Industrieumgebung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Einheitlicher Nachlass auf C-Klasse
  • CLA 45 startet bei 79.039,80 Euro
  • Rückruf für elektrische Modelle gestartet
  • Softwarechef Magnus Östberg verlässt Mercedes

Mercedes-Benz greift bei einem seiner wichtigsten Modelle tief in die Preisgestaltung ein. Auf die C-Klasse Limousine gewährt der Konzern derzeit einheitlich 12 Prozent Nachlass für nahezu alle Benziner- und Dieselvarianten mit 48-Volt-Mildhybrid-Technik. Damit zählt die Rabattaktion zu den höchsten, die Mercedes-Benz aktuell auf eine komplette Modellreihe einräumt.

Der Schritt fällt in eine Phase, in der der Konzern seinen Ausblick für das Gesamtjahr vor gut drei Wochen gesenkt hatte und Absatz sowie Umsatz nun leicht unter Vorjahresniveau erwartet.

Auch wenn China dabei als Hauptbelastung galt, zeigt die Rabattaktion bei der C-Klasse, dass der Preisdruck längst nicht nur auf den asiatischen Markt begrenzt ist. Eine pauschale Nachlassquote von 12 Prozent auf ein zentrales Kernmodell ist ein deutliches Signal, dass Mercedes-Benz Volumen sichern will, auch wenn das zulasten der Marge geht.

Neue Modelle als Gegengewicht

Parallel zur Rabattaktion bei der C-Klasse arbeitet Mercedes-Benz am oberen Ende der Preisskala weiter. Am Mittwoch gab der Konzern die Verkaufsfreigabe für den neuen CLA 45 4MATIC+ bekannt, dessen Preisliste bei 79.039,80 Euro beginnt. Das margenstarke Performance-Segment bleibt damit ein Gegengewicht zu den Nachlässen im Volumensegment.

Zugleich musste Mercedes-Benz am selben Tag einen Rückruf für den rein elektrischen CLA sowie die GLB-Generation starten. Die Häufung von Rückrufaktionen bei den Elektromodellen fügt sich in eine Reihe ähnlicher Vorfälle der vergangenen Monate und wirft weiterhin Fragen zur Qualitätskontrolle in der Elektro-Sparte auf.

Personalwechsel in der Software-Sparte

Zusätzliche Unruhe brachte der Abgang von Magnus Östberg, der als Chief Software Officer nach fast fünf Jahren das Unternehmen verlässt. Östberg hatte die Software-Organisation aufgebaut und deren Überführung in die Serienproduktion vorangetrieben; laut Unternehmensangaben entschied er sich aus persönlichen Gründen für eine neue berufliche Phase.

Der Wechsel an einer strategisch wichtigen Position fällt in eine Zeit, in der Mercedes-Benz die Digitalisierung seiner Fahrzeuge als zentralen Wettbewerbsfaktor gegenüber chinesischen Herstellern positioniert.

Ein Lichtblick kommt aus der Zukunftsplanung: Die DZ Bank bestätigte am Donnerstag ihre Einstufung „Kaufen“ mit einem fairen Wert von 55 Euro und hob positiv hervor, dass Mercedes-Benz Cars die deutschlandweite Einführung der teilautomatisierten „Point-to-Point“-Navigation für den Stadtverkehr auf Anfang 2027 angekündigt hat.

Der Analyst Michael Punzet wertete dies als Fortschritt bei der Softwarekompetenz des Konzerns – just in jener Sparte, aus der nun der Software-Chef ausscheidet.

Kurs bleibt auf sektorweite Erholung angewiesen

An der Börse zeigte sich die Aktie am Freitag mit einem Plus von 2,6 Prozent auf 46,76 Euro robust. Die Bewegung lässt sich jedoch kaum auf die Rabattaktion oder den Personalwechsel zurückführen – sie ist Teil einer breiteren Erholung im gesamten Autosektor, angeführt von BMW.

Der Titel bleibt damit weiterhin von der Gesamtstimmung im Sektor abhängig, während die Preisnachlässe bei der C-Klasse zeigen, dass die operativen Herausforderungen im Kerngeschäft ungelöst bleiben. Verglichen mit dem Stand vor Jahresbeginn liegt die Aktie um 22 Prozent im Minus – ein Hinweis darauf, wie tief die strukturellen Sorgen der Anleger sitzen.

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Mercedes-Benz Aktie

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Sektor Zyklischer Konsum
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ISIN: DE0007100000 WKN: 710000

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