Mercedes-Benz Aktie: 47,49 Euro unter Rückkaufniveau
Mercedes-Benz plant den Erwerb von bis zu 58 Millionen Aktien, während sinkende Umsatzerwartungen und schwächere operative Aussichten belasten.

Kurz zusammengefasst
- Neues Rückkaufprogramm bis April 2027
- Bis zu 58 Millionen Aktien vorgesehen
- Umsatz im zweiten Quartal gesunken
- AMG CLA 45 ab sofort bestellbar
Mercedes-Benz legt nach: Der Stuttgarter Autobauer will vom 1. September 2026 bis zum 6. April 2027 bis zu 58 Millionen eigene Aktien über die Börse oder ein multilaterales Handelssystem erwerben. Das vorherige Programm ist abgeschlossen, dabei erwarb der Konzern knapp 38 Millionen eigene Anteile zu durchschnittlich etwas mehr als 53 Euro.
Der neue Rückkauf fällt in eine Phase, in der die Aktie deutlich unter jenem Niveau notiert. Am Freitag schloss das Papier bei 47,49 Euro, ein Plus von 0,9 Prozent. Auf Jahressicht steht dennoch ein Minus von 21 Prozent zu Buche – der Rückkauf zu aktuellen Kursen fällt damit günstiger aus als die vorangegangene Tranche.
Schwächere Geschäftszahlen als Hintergrund
Der fortgesetzte Rückkauf steht im Kontrast zu den zuletzt schwächeren operativen Zahlen. Im zweiten Quartal 2026 sank der Umsatz auf 32,06 Milliarden Euro von 33,15 Milliarden Euro im Vorjahr, während das Konzernergebnis mit 1,09 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert von 957 Millionen Euro lag. Das bereinigte EBIT belief sich auf 2,3 Milliarden Euro.
Zugleich senkte der Konzern seine Prognose: Für Mercedes-Benz Cars sowie den Konzernumsatz erwartet das Management nun ein Niveau leicht unter dem Vorjahr.
Dass der Vorstand trotz gesenkter Guidance an milliardenschweren Aktienrückkäufen festhält, unterstreicht das Vertrauen in die Substanz des Unternehmens – zugleich signalisiert es, dass organisches Wachstum kurzfristig kaum zu erwarten ist und Kapitalrückführung an Aktionäre Priorität hat.
Modelloffensive läuft parallel
Während der Konzern Kapital an Aktionäre zurückführt, treibt er auch die Modellpalette voran. Der neue Mercedes-AMG CLA 45 4MATIC+ ist ab sofort bestellbar. Die Limousine bringt es auf 500 kW beziehungsweise 680 PS Spitzenleistung und beschleunigt laut Unternehmensangaben in 2,71 Sekunden von null auf 100 km/h. Ein Modell, das die Leistungsspitze der Marke demonstrieren soll, auch wenn es preislich nur eine Nische im Konzernumsatz abdeckt.
Ausblick auf die kommenden Wochen
Anleger richten den Blick nun auf mehrere Termine: Am 15. September nimmt Mercedes-Benz an der UBS German Auto Tour in Sindelfingen teil, am 23. September folgt die Goldman Sachs German Corporate Conference in München. Der nächste größere Fixpunkt ist der Zwischenbericht zum dritten Quartal 2026 samt Analystenkonferenz am 28. Oktober – dort dürfte sich zeigen, ob die gesenkte Guidance Bestand hat oder ob sich die operative Lage weiter eintrübt.
Für Investoren bleibt die Gemengelage ambivalent: Ein aggressives Rückkaufprogramm trifft auf eine gesenkte Prognose. Ob sich das Vertrauen des Managements in die eigene Aktie langfristig auszahlt, wird sich erst an den kommenden Quartalszahlen ablesen lassen.
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