Der Stuttgarter Konzern setzt den Rotstift an und trennt sich von seinem letzten Nissan-Ballast. Was auf den ersten Blick wie ein routinemäßiger Anteilsverkauf aussieht, könnte sich als entscheidender Schachzug in schwierigen Zeiten erweisen. Während Mercedes-Anleger erleichtert aufatmen, stürzt die Nissan-Aktie in Tokio ab. Hat CEO Ola Källenius gerade zur perfekten Zeit die richtige Entscheidung getroffen?
Nissan-Beteiligung endgültig Geschichte
Mercedes-Benz zieht einen klaren Schlussstrich unter ein Kapitel wechselseitiger Industrieverflechtungen. Die verbliebene Beteiligung am japanischen Autobauer, die zuletzt nur noch im Pensionsvermögen schlummerte, wandert vollständig in andere Hände. 279 Millionen Euro fließen dadurch in die Kassen des Stuttgarter Konzerns.
Die Börse zeigt sich begeistert: Die Mercedes-Aktie steigt um über ein Prozent und gehört zu den DAX-Gewinnern. Ein krasser Gegensatz zu Nissan, dessen Papiere in Tokio um mehr als sechs Prozent einbrechen.
Fokussierung statt Zerstreuung
Diese Entscheidung ist alles andere als zufällig. In einem von chinesischer Konkurrenz und Elektro-Transformation geprägten Marktumfeld setzt Källenius konsequent auf Konzentration. Komplexe Beteiligungsstrukturen mit einem angeschlagenen Partner kosteten nur Energie und Ressourcen.
Die wichtigsten Fakten zum Deal:
– Verkaufserlös: 279 Millionen Euro
– Strategische Bedeutung für Mercedes: Null
– Börsenreaktion Mercedes: +1,3% (Tageshoch)
– Börsenschock bei Nissan: -6,3% in Tokio
Denn Nissan kämpft mit eigenen Problemen: sinkende Absätze, negativer Cash-Flow im ersten Quartal. Warum sich mit fremden Sorgen belasten, wenn die eigene Transformation alle Kräfte erfordert?
Elektro-Offensive nimmt Fahrt auf
Parallel zur Portfoliobereinigung beschleunigt Mercedes seine Zukunftspläne. Die elektrische E-Klasse soll bereits 2027 starten – ein ganzes Jahr früher als geplant. Das AMG GT XX Konzeptfahrzeug stellte unterdessen auf der Teststrecke neue Elektro-Rekorde auf.
Kann Mercedes mit dieser Doppelstrategie aus Fokussierung und Innovation den Vorsprung gegenüber der Konkurrenz ausbauen?
Was Anleger jetzt wissen müssen
Der aktuelle Kurs von 53,64 Euro liegt zwar noch deutlich unter dem Jahreshoch von 62,41 Euro aus dem August. Doch die heutige Entwicklung zeigt: Die Investoren honorieren klare strategische Entscheidungen.
Die Quartalszahlen Ende Oktober werden zeigen, ob sich die Neuausrichtung auch in den Geschäftszahlen niederschlägt. Bis dahin dürfte der erfolgreiche Nissan-Exit als Beleg dafür gelten, dass Mercedes-Benz den Mut zu unbequemen, aber notwendigen Entscheidungen hat.
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