Mercedes-Benz Aktie: China drückt Absatz
Weniger Auslieferungen und ein Arbeitszeit-Vorstoß prägen die Lage bei Mercedes-Benz; die Metall-Tarifgespräche drehen sich um Löhne.

Kurz zusammengefasst
- 407.200 Fahrzeuge im Quartal ausgeliefert
- China-Verkäufe um fast ein Drittel gesunken
- 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich vorgeschlagen
- IG Metall verlangt fünf Prozent mehr Lohn
Der Absatz von Mercedes-Benz sinkt im dritten Quartal um 8 Prozent. Hauptgrund ist erneut China, wo das Geschäft weiter wegbricht. Parallel dazu sorgt der Konzern mit einer Arbeitszeit-Debatte in Baden-Württemberg für Gesprächsstoff.
China bleibt die Schwachstelle
Insgesamt lieferte der Dax-Konzern 407.200 Fahrzeuge aus. In China gingen die Verkäufe auf 86.800 Pkw zurück, das ist fast ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Markt, der lange als Wachstumstreiber galt, zieht die Bilanz damit weiter nach unten.
Die Zuwächse in den USA und in Deutschland federten das nur teilweise ab. Sie reichten nicht aus, um den Einbruch im wichtigsten Einzelmarkt auszugleichen.
Der Rückgang ist keine einmalige Delle. Schon in den Vorquartalen hatte China das Absatzbild belastet, nun setzt sich der Trend fort. Marktbeobachter dürften deshalb genau darauf achten, ob der Konzern die Lücke anderswo schließen kann.
Arbeitszeit-Vorstoß heizt Tarifrunde an
Zusätzlichen Druck gibt es im Inland. In Baden-Württemberg hat Mercedes-Benz vor Beginn der Metall-Tarifrunde eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich ins Gespräch gebracht. Die 35-Stunden-Woche ist im Manteltarifvertrag geregelt. Der steht in der laufenden Runde allerdings nicht auf der Tagesordnung, weil er nicht gekündigt wurde. Verhandelt wird ausschließlich über Löhne.
Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld bei zwölf Monaten Laufzeit. Die Arbeitgeberseite sieht keinen Spielraum und verweist auf hohe Lohnkosten und den Verlust industrieller Arbeitsplätze. Die ersten regionalen Gespräche starteten heute in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, bundesweit sind rund 3,7 Millionen Beschäftigte betroffen.
Die IG Metall betont ihre Kampfbereitschaft. Der Vorstoß aus Stuttgart dürfte die Stimmung am Verhandlungstisch kaum entspannen.
Was als Nächstes ansteht
Die Friedenspflicht endet mit Ablauf des 31. Oktobers. Ab dann sind Warnstreiks möglich. Bis dahin müssen sich beide Seiten bewegen, sonst drohen Arbeitsniederlegungen in einer Phase, in der Mercedes-Benz ohnehin mit schwachen Verkaufszahlen kämpft.
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