Mercedes-Benz Aktie: China wird zur Dauerlast!
Deutsche Bank Research senkte das Kursziel auf 70 Euro; Mercedes-Benz kaufte eigene Aktien zurück und verhandelt über Einsparungen.

Kurz zusammengefasst
- Deutsche Bank senkt Kursziel auf 70 Euro
- 895.000 eigene Aktien zurückgekauft
- Einsparungen von rund 800 Millionen Euro angestrebt
- Quartalszahlen erscheinen am 28. Oktober 2026
Die Erwartungen an den Stuttgarter Automobilkonzern Mercedes-Benz stehen im Vorfeld der nächsten Zwischenberichte unter erheblichem Druck. Vor allem das Geschäft auf dem asiatischen Leitmarkt bereitet Branchenbeobachtern Sorgen.
Am Dienstag senkte Deutsche Bank Research das Kursziel für die Aktie von 73 auf 70 Euro, behielt die Einstufung mit „Buy“ jedoch bei. Analyst Tim Rokossa betonte, dass China die größte strukturelle Herausforderung für das Unternehmen bleibe. Aus seiner Sicht dürfte die anstehende Berichtssaison zum dritten Quartal wenig dazu beitragen, das vorherrschende Branchennarrativ grundlegend zu verändern.
Auch andere Analysehäuser teilen diese Zurückhaltung bezüglich der Marktbedingungen in Fernost. Bernstein Research stufte die Aktie am 14. September auf „Market-Perform“ mit einem Kursziel von 56 Euro ein. Analyst Harry Martin hob nach einem Gespräch mit dem Finanzchef hervor, dass Mercedes-Benz die dortigen Probleme mit anderen europäischen Herstellern teile.
Kapitalmaßnahmen und Bewegung im Aktionärskreis
Um dem anhaltenden Abwärtsdruck an der Börse zu begegnen, nutzt das Management eigene Mittel zur Marktstützung. Im Rahmen des bestehenden Aktienrückkaufprogramms erwarb Mercedes-Benz vom 21. bis 25. September insgesamt 895.000 eigene Anteilsscheine. Das Gesamtvolumen für diesen Zeitraum belief sich laut Unternehmensangaben auf 38.084.349,00 Euro.
Parallel dazu verzeichnete das Register der Gesellschaft Verschiebungen bei den institutionellen Großanlegern. Der Vermögensverwalter BlackRock meldete für den 22. September Stimmrechte in Höhe von 6,04 Prozent, wobei der Großteil unmittelbar auf Aktien entfiel.
Sparpläne und der Ausblick auf das dritte Quartal
Neben den externen Herausforderungen prägen interne Restrukturierungsdebatten das Geschehen. Medienberichten zufolge strebt der Autobauer bei den deutschen Arbeitskosten Einsparungen von rund 800 Millionen Euro an. Als Optionen stehen längere Arbeitszeiten ohne Zusatzvergütung sowie Kürzungen von Bonuszahlungen im Raum.
Mercedes-Benz bestätigte den Betrag nicht und verwies auf laufende Verhandlungen. Zuvor hatte Produktionschef Michael Schiebe erklärt, dass ohne wirksame Kostensenkungen die Schließung eines deutschen Montage- sowie eines Antriebswerks drohe.
Wichtige Indikatoren für das operative Abschneiden liefern die kommenden Unternehmenstermine. Am 8. Oktober veranstaltet der Konzern einen Pre-Close-Call für Analysten und Investoren, um die bereits öffentlich zugänglichen Daten und Trends des dritten Quartals zusammenzufassen. Die offiziellen Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026 werden schließlich am 28. Oktober veröffentlicht.
Die Skepsis der Investoren spiegelte sich zuletzt auch im Kursbild wider. Zum Handelsschluss am Freitag stand das Papier bei 39,90 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 0,7 Prozent entsprach. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus der Aktie auf 34 Prozent.
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