Mercedes-Benz Aktie: Citi kappt Kursziel auf 42 Euro
Citi reduziert das Kursziel auf 42 Euro; schwache Nachfrage und Kosten belasten Mercedes-Benz, während Analysten eine Pkw-Marge unter 3 Prozent erwarten.

Kurz zusammengefasst
- Citi senkt Kursziel auf 42 Euro
- Aktie erreicht neues 52-Wochen-Tief
- Mehrere US-Modelle werden gestrichen
- Zwei Werksschließungen bei verfehlten Kostenzielen möglich
Die US-Bank Citi hat das Kursziel für Mercedes-Benz am heutigen Montag spürbar von 51 auf 42 Euro gekappt und die Einstufung auf „Neutral“ belassen. Analysten des Instituts warnen davor, dass die bereinigte operative Marge der Pkw-Sparte im Gesamtjahr 2026 unter die Schwelle von 3,0 Prozent rutschen könnte.
Neben einem anhaltend schwachen China-Geschäft belasten der globale Preiskampf, höhere Zins- und Rohstoffkosten sowie sinkende Restwerte von Verbrennermodellen die Ertragskraft der Stuttgarter.
Im Xetra-Handel markierte das Papier mit 39,41 Euro ein neues 52-Wochen-Tief, bevor es sich wieder leicht stabilisierte und bei 39,96 Euro notierte. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursverlust der Aktie damit auf 34 Prozent. Bei den aktuellen Kursniveaus sei zwar bereits ein erheblicher Teil der negativen Erwartungen eingepreist, doch könnte die erhoffte Erholung im kommenden Geschäftsjahr schwächer ausfallen als bislang modelliert.
Modellstreichungen in den USA und Werksschließungsdebatte
Der Gegenwind schlägt inzwischen voll auf die Produktplanung und das operative Geschäft durch. Für das US-Modelljahr 2027 nimmt der Konzern mehrere Elektro- und Hybridmodelle aus dem Programm, darunter die EQE-Baureihe samt sportlicher AMG-Variante, das Luxus-SUV Maybach EQS 680 sowie den AMG S63 E Performance. Der Fokus auf dem US-Markt soll künftig stärker auf kompakteren Modellen der modularen MMA-Architektur wie dem CLA und dem GLB liegen.
Gleichzeitig verschärft sich die interne Debatte um den eingeleiteten Sparkurs. Das Programm „Next Level Performance“ soll die Produktions- und Fixkosten bis 2027 um 10 Prozent senken und die weltweite Pkw-Kapazität von 2,5 Millionen auf 2,0 bis 2,2 Millionen Einheiten verringern.
Nachdem der Konzerngewinn 2025 um 49 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro eingebrochen war, warnte Produktionsvorstand Michael Schiebe vor der Schließung von zwei Werken in Deutschland, falls die Kostenziele verfehlt werden sollten.
Zur Senkung der Personalkosten soll ab Dezember ein freiwilliges Abfindungsprogramm für indirekte Bereiche anlaufen, während die Beschäftigungssicherung für Produktionsstandorte formal bis 2034 gilt.
Tarifrunde und Quartalszahlen im Fokus
Für Anleger richtet sich der Blick in den kommenden Tagen auf die tarifpolitische Gemengelage und die Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Jahresviertel. Am Mittwoch, den 7. Oktober, beginnen die Verhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie. Zudem legt Mercedes-Benz am 28. Oktober die vollständigen Quartalszahlen für das dritte Quartal 2026 vor.
Analysten rechnen für diesen Dreimonatszeitraum im Schnitt mit einem Umsatz von rund 31,9 Milliarden Euro und einem Gewinn von 1,36 Euro je Aktie. Bis dahin muss der Konzern beweisen, dass die drastischen Einschnitte ausreichen, um die operative Rentabilität zu stabilisieren.
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