Mercedes-Benz Aktie: Die Marge-Falle!
Elektromodelle sind bis Jahresende ausgelastet, während sinkende Verkäufe und Margenrisiken den Konzern belasten.

Kurz zusammengefasst
- Pkw- und Van-Absatz sank um sechs Prozent
- China verzeichnete 31 Prozent weniger Pkw-Verkäufe
- Elektromodelle bis Jahresende vollständig ausgelastet
- Citigroup senkte Kursziel auf 42 Euro
Vor der Vorlage der nächsten Quartalszahlen steht Mercedes-Benz vor einer doppelten Herausforderung: Während die Nachfrage nach vollelektrischen Fahrzeugen für gefüllte Auftragsbücher sorgt, drücken der rückläufige Gesamtabsatz und anhaltende Margensorgen auf die Stimmung am Markt. Das Management steuert mit Aktienrückkäufen und Kostensenkungen gegen, um das operative Profil zu stabilisieren.
Volle Auftragsbücher bei Elektromodellen
Gestern legte der Konzern die Auslieferungszahlen für das dritte Quartal vor. Weltweit setzte Mercedes-Benz 491.700 Pkw und Vans ab, was einem Minus von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Als wesentlicher Bremsklotz erwies sich der chinesische Markt, auf dem die Pkw-Sparte einen Absatzrückgang von 31 Prozent hinnehmen musste.
Deutlich positiver gestaltete sich hingegen die Dynamik bei den alternativen Antrieben. Bei den batterieelektrischen Modellen verzeichnete die Kernmarke einen neuen Quartalsrekord, getragen von einer starken Resonanz in Europa. Für die vollelektrischen Varianten der Baureihen CLA, GLC, GLB und GLA meldete der Autobauer eine vollständige Auslastung für das verbleibende Kalenderjahr, während die Bestelleingänge bereits bis in das Jahr 2027 reichen.
Rentabilitätssorgen und geplante Kostensenkungen
Trotz dieser operativen Lichtblicke im Elektrosegment trüben sich die Gewinnaussichten ein. Medienberichten zufolge senkte die Citigroup am Dienstag das Kursziel für die Aktie von 51 auf 42 Euro und beließ die Einstufung auf Neutral. Als Begründung verwies das Bankhaus auf zunehmende Ergebnisrisiken bei europäischen Herstellern und stellte für die Pkw-Sparte des Konzerns eine operative Marge von unter 3,0 Prozent in den Raum.
Als Belastungsfaktoren gelten neben dem veränderten Modellmix und dem scharfen Preiswettbewerb auch steigende Rohstoffkosten. Um die Profitabilität zu stützen, rücken daher interne Ausgaben in den Fokus.
Die WirtschaftsWoche berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, der Konzern plane Einsparungen bei den deutschen Arbeitskosten um 800 Millionen Euro, etwa über Anpassungen bei Sonderzahlungen oder längere Arbeitszeiten. Mercedes-Benz bestätigte diese Summe nicht und betonte, die Gespräche liefen.
Aktienrückkauf und Ausblick auf den Zwischenbericht
Zugleich setzt das Unternehmen finanzielle Mittel ein, um den Kapitalmarkt zu stützen. Am Montag meldete Mercedes-Benz in einer Pflichtmitteilung den Erwerb von 875.000 eigenen Anteilsscheinen im Zeitraum vom 28. September bis zum 2. Oktober. Der Gegenwert dieses Rückkaufs belief sich auf 35.637.298,00 Euro.
An der Börse spiegeln sich die anhaltenden Branchensorgen wider. Die Aktie verlor heute 1,9 Prozent und notiert bei 39,15 Euro. Seit dem Jahresanfang summieren sich die Einbußen auf einen Rückgang von 35 Prozent.
Entscheidende Einblicke in die tatsächliche Ertragskraft erwartet der Markt zum Monatsende. Am 28. Oktober veröffentlicht der Konzern seinen offiziellen Zwischenbericht für das dritte Quartal und hält die dazugehörige Analystenkonferenz ab. Dann wird sich zeigen, in welchem Umfang die Erfolge im Elektrogeschäft den Gegenwind im klassischen Fahrzeugverkauf abfedern können.
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