Mercedes-Benz Aktie: Einigung im Homeoffice-Streit

Die neue Vereinbarung begrenzt mobiles Arbeiten ab 2027; Standort-Betriebsräte müssen noch zustimmen.

Redaktion Stock-World ·
Moderner, eleganter Büroarbeitsplatz mit Laptop in einem professionellen Umfeld bei Sonnenuntergang. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Führungskräfte dürfen vier Bürotage anordnen
  • Neuregelung soll Anfang 2027 starten
  • Zwei Werksschließungen als Möglichkeit genannt
  • Deutsche Bank Research bekräftigt Kaufempfehlung

Der Stuttgarter Automobilkonzern zieht im Ringen um die eigene Wettbewerbsfähigkeit die Zügel deutlich an. Vorstand und Betriebsrat verständigten sich gestern auf eine neue Konzernbetriebsvereinbarung, die das mobile Arbeiten drastisch einschränkt und die Präsenzpflicht am Arbeitsplatz massiv ausweitet.

Führungskräfte sollen für Vollzeitbeschäftigte künftig bis zu vier Tage vor Ort pro Woche ohne gesonderte Begründung anordnen können, womit vier Bürotage zum neuen Standard werden. Die Maßnahme ist Teil einer bereits im Juni eingeleiteten Produktivitätsoffensive, mit der das Management auf wirtschaftliche Verwerfungen reagiert.

Streit über Arbeitszeiten und Präsenz

Die bisherige Regelung zum mobilen Arbeiten aus dem Jahr 2016, die Beschäftigten bis zu fünf Tage Arbeit von zu Hause oder unterwegs gestattete, wurde vom Unternehmen gekündigt.

Tritt die Neuregelung wie geplant am 1. Januar 2027 in Kraft, bleibt Vollzeitkräften standardmäßig nur noch ein einziger Homeoffice-Tag pro Woche. Besondere Ausnahmefälle müssen individuell zwischen Beschäftigten und Vorgesetzten abgestimmt werden. Zudem müssen die jeweiligen Standort-Betriebsräte dem Vorhaben noch formell zustimmen.

Der Betriebsrat bezeichnete vier Präsenztage als pauschalen Standard zwar als Rückschritt bei der Flexibilität, erklärte jedoch, die Einigung begrenze weitergehende Verschlechterungen. Nach Informationen des Handelsblatts hatte Vorstandschef Ola Källenius ursprünglich eine vollständige Streichung sämtlicher Homeoffice-Tage angestrebt.

Zugleich drängt Källenius darauf, die tarifliche Wochenarbeitszeit von 35 Stunden in Deutschland bei gleichbleibender Bezahlung anzuheben. Berichten zufolge stehen auch Einschnitte bei Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld im Raum, zu denen sich der Konzern bislang nicht offiziell geäußert hat.

Werksschließungen als Druckmittel

Hinter den verschärften Sparplänen stehen handfeste geschäftliche Belastungen. Mercedes-Benz verzeichnete zuletzt einen Gewinneinbruch, ausgelöst durch eine ausgeprägte Schwäche im wichtigen chinesischen Markt sowie durch höhere US-Zölle.

Um die Arbeitskosten in Deutschland spürbar zu senken, erhöhte die Unternehmensspitze den Druck auf die Arbeitnehmerseite zuletzt deutlich: Produktionsvorstand Michael Schiebe stellte bei ausbleibenden Kostensenkungen die Schließung von zwei deutschen Werken in den Raum.

Gegen die Vorhaben des Vorstands gab es in der Belegschaft bereits Protestaktionen; der Betriebsrat kündigte Widerstand gegen Werksschließungen an, signalisierte jedoch zugleich Verhandlungsbereitschaft.

Belasteter Aktienkurs und Analystenblick

Am Aktienmarkt spiegeln sich die operativen Herausforderungen und die internen Spannungen deutlich wider. Das Papier von Mercedes-Benz gab gestern im Xetra-Handel um 2,3 Prozent nach und beendete den Tag bei 40,65 Euro. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus der Aktie damit auf 33 Prozent.

Trotz der anhaltenden Belastungsfaktoren schätzen Branchenbeobachter das mittel- bis langfristige Potenzial des Konzerns differenziert ein. So bekräftigten die Analysten von Deutsche Bank Research gestern ihre Kaufempfehlung für die Mercedes-Benz Group. Für Investoren bleibt nun entscheidend, in welchem Umfang das Management die geplanten Effizienzsteigerungen gegen den Widerstand der Arbeitnehmerseite durchsetzen kann.

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Mercedes-Benz Aktie

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KGV 7,85
KUV 0,30
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 8,45 %
Marktkapitalisierung 38,84 Mrd. EUR
Ø Kursziel 56,93 EUR
ISIN: DE0007100000 WKN: 710000

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