Mercedes-Benz Aktie: Gewinn bricht um 17 Prozent ein
Mercedes-Benz reagiert auf Gewinneinbruch mit Kündigungen in den USA und Plänen für längere Arbeitszeiten in Deutschland. Die Belegschaft protestiert.

Kurz zusammengefasst
- Gewinnrückgang um 17 Prozent
- Entlassungen in US-Forschung
- 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich
- Mitarbeiterproteste gegen Sparkurs
Sinkende Gewinne, wachsende Konkurrenz aus China und drohende US-Zölle hinterlassen Spuren. Mercedes-Benz zieht die Notbremse. Während in Stuttgart über längere Arbeitszeiten debattiert wird, greifen in Nordamerika bereits erste Kündigungen. Für die Belegschaft beginnt eine unruhige Phase.
Kündigungen in den USA
Der finanzielle Druck auf den Autobauer wächst rasant. Im ersten Quartal brach der Gewinn um 17 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro ein. Das Management reagiert mit harten Einschnitten. Am heutigen Montag treten in den USA erste Entlassungen in Kraft. Am Forschungsstandort im kalifornischen Long Beach müssen 72 Mitarbeiter gehen.
Längere Arbeitszeiten geplant
In Deutschland plant der Vorstand weitreichende Eingriffe in die Arbeitsbedingungen. Aufsichtsratschef Martin Brudermüller fordert die 40-Stunden-Woche in den Werken. Ein Lohnausgleich für die Mehrarbeit ist dabei nicht vorgesehen. Parallel dazu steht das Ende der Homeoffice-Regeln zur Debatte. Das Ziel: deutlich sinkende Arbeitskosten am Heimatstandort.
Indes verlagert der Konzern weitere Produktion ins Ausland. Die Fertigung des GLC wanderte bereits nach Tuscaloosa. Nun rückt Osteuropa in den Fokus. Mercedes investiert rund eine Milliarde Euro in das ungarische Werk Kecskemét. Dort soll künftig die neue kleine G-Klasse vom Band laufen. Dafür wächst die Belegschaft vor Ort auf 7.500 Beschäftigte.
Belegschaft formiert Widerstand
An der Börse spiegelt sich die schwierige Lage klar wider. Die Aktie ging am Freitag bei 45,40 Euro aus dem Handel. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf gut 26 Prozent. Damit notiert das Papier spürbar unter seinem 200-Tage-Durchschnitt.
Die drastischen Sparpläne stoßen intern auf massiven Widerstand. Bereits in der vergangenen Woche protestierten zehntausende Mitarbeiter gegen die Einschnitte. Ein breites Bündnis um Bosch-Betriebsratschef Frank Sell unterstützt die Aktionen.
Die Arbeitnehmervertreter erhöhen jetzt den Druck auf die Konzernführung. Für den weiteren Verlauf des Juli sind Autokorsos in Stuttgart geplant. Diese Aktionen markieren den direkten Auftakt für die anstehenden Tarifverhandlungen im kommenden Herbst.
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