Die Stuttgarter haben gestern ihre Jahreszahlen vorgelegt – und die haben es in sich. Der Gewinn brach 2025 dramatisch ein, die Dividende wird deutlich gekürzt. Die Aktie reagierte prompt und stürzte auf ein neues Jahrestief. Doch wie schlimm steht es wirklich um den Premiumhersteller?
Harte Fakten: Fast 50 Prozent weniger Gewinn
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Nettogewinn sackte 2025 um 48,8 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro ab. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel um 40 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro – und lag damit sogar 29 Prozent unter den Analystenschätzungen. Der Umsatz schrumpfte um 9,2 Prozent auf 132,2 Milliarden Euro.
Besonders bitter: In der wichtigsten Sparte, dem Pkw-Geschäft, sank die bereinigte operative Marge um 3,1 Prozentpunkte auf nur noch 5,0 Prozent. Die Stuttgarter verkauften im vergangenen Jahr 1,8 Millionen Pkw – ein Minus von neun Prozent. In China, dem wichtigsten Einzelmarkt, brachen die Verkäufe sogar um 19 Prozent ein.
Verantwortlich für den Absturz waren vor allem die hohen Produktionskosten, ein schwacher Dollar und die schwierige Lage im chinesischen Markt. Hinzu kamen Einmalkosten von rund 1,6 Milliarden Euro für das laufende Stellenabbauprogramm. Die Dividende soll von 4,30 Euro auf 3,50 Euro sinken – immerhin nicht so drastisch wie befürchtet.
Vorsichtiger Ausblick für 2026
Und die Perspektiven? Mercedes bleibt vorsichtig. Für 2026 erwartet der Konzern eine bereinigte operative Marge im Pkw-Geschäft von lediglich 3 bis 5 Prozent. Selbst im besten Fall würde man damit nur das schwache Vorjahresniveau erreichen. Analysten hatten bisher mit 5,8 Prozent gerechnet – diese Erwartung wurde nun deutlich enttäuscht.
Der Gesamtumsatz soll bei einem Pkw-Absatz auf Vorjahresniveau in etwa stagnieren. Immerhin: Das EBIT soll deutlich steigen, da die Einmalkosten für den Jobabbau weitgehend wegfallen und erste Effekte aus dem Sparprogramm greifen. Dieses sieht vor, die Produktionskosten bis 2027 um zehn Prozent zu senken.
Der freie Mittelzufluss im Industriegeschäft – eine für Anleger zentrale Kennzahl – dürfte allerdings noch einmal leicht fallen. Bereits 2025 war dieser von 9,2 auf 5,4 Milliarden Euro abgesackt. Belastet wird die Liquidität durch Auszahlungen für Aufhebungsverträge im Rahmen des Stellenabbaus.
Kurs unter Druck – Sektor leidet mit
Die Börse quittierte die Zahlen prompt: Die Mercedes-Benz-Aktie sackte im vorbörslichen Handel zeitweise um 5,6 Prozent auf 55,11 Euro ab und rutschte damit unter das bisherige Jahrestief von 54,89 Euro. Die schwachen Zahlen zogen auch die Konkurrenz mit nach unten – BMW, VW und Porsche AG verloren bis zu 2,4 Prozent.
Konzernchef Ola Källenius gab sich trotz des Rückschlags optimistisch: Die Ergebnisse seien im Rahmen der Prognosen ausgefallen. Mit einem klaren Fokus auf Effizienz, Geschwindigkeit und Flexibilität sei man bereit für 2026. Über die kommenden drei Jahre sollen mehr als 40 neue Modelle auf den Markt kommen.
Die Realität bleibt aber ernüchternd: Erst 2027 will Mercedes wieder eine zweistellige Marge im Pkw-Geschäft erreichen. Bis dahin dürften die deutschen Premiumhersteller weiter unter Druck bleiben – zwischen hohen Kosten, schwachem China-Geschäft und globalen Handelskonflikten.
Mercedes-Benz-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Mercedes-Benz-Analyse vom 12. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Mercedes-Benz-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Mercedes-Benz-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Mercedes-Benz: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
