Mercedes-Benz Aktie: Gewinnplus mit Schönheitsfehler
Der Gewinn legte im dritten Quartal zu, während sinkende Erlöse und eine reduzierte Jahresprognose die Entwicklung einordnen.

Kurz zusammengefasst
- Konzernergebnis steigt um rund 28 Prozent
- Umsatz sinkt auf 30,7 Milliarden Euro
- China-Absatz fällt um 31 Prozent
- Mercedes erwartet 2026 Ebit auf Vorjahresniveau
Mercedes-Benz hat im dritten Quartal deutlich mehr verdient als vor einem Jahr. Der Haken: Der Vergleich fällt leicht, und die Prognose für 2026 hat der Konzern erst am Dienstag gesenkt.
Niedrige Vergleichsbasis
Das Konzernergebnis stieg von 1,19 Milliarden auf rund 1,52 Milliarden Euro, ein Plus von etwa 28 Prozent. Je Aktie ergibt das 1,64 Euro nach 1,22 Euro im Vorjahresquartal. Dort hatten Sonderbelastungen für den Stellenabbau den Gewinn gedrückt.
Das operative Ergebnis (Ebit) lag bei 1,77 Milliarden Euro und damit mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr. Diese Zahl war bereits bekannt. Der Umsatz ging dagegen um 4,5 Prozent auf 30,7 Milliarden Euro zurück.
China belastet den Absatz
Hauptgrund für die schwächeren Erlöse ist China. In dem stark umkämpften Markt brach der Absatz um 31 Prozent ein. Insgesamt verkaufte Mercedes 407.200 Pkw, acht Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Außerhalb Chinas legte der Absatz immerhin um ein Prozent zu.
Ein Lichtblick sind die Elektroautos. Der Absatz batterieelektrischer Pkw wuchs um 61 Prozent.
Prognose gesenkt
Die Zahlen stehen im Schatten der Gewinnwarnung vom Dienstag. Der Konzern erwartet für 2026 nur noch ein Ebit auf Vorjahresniveau, zuvor hatte er einen deutlichen Anstieg in Aussicht gestellt. Als Gründe nennt Mercedes das zunehmend schwierige Umfeld in China und höhere Kosten im vierten Quartal, unter anderem für Material.
Das Gewinnplus im Quartal ist damit vor allem ein statistischer Effekt. Für das Schlussquartal rechnet der Konzern mit mehr Gegenwind: Die höheren Materialkosten fallen genau dort an, wo das Chinageschäft weiter schwächelt. Ob der Elektro-Aufschwung das auffangen kann, lässt sich frühestens an den Zahlen für das vierte Quartal ablesen.
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