Mercedes-Benz Aktie: Homeoffice-Abbau!
Deutsche Bank hält an der Kaufempfehlung fest, während Mercedes-Benz Aktien zurückkauft und über mögliche Kostensenkungen verhandelt.

Kurz zusammengefasst
- Deutsche Bank senkt Kursziel auf 70 Euro
- Kaufempfehlung für Mercedes-Benz bleibt bestehen
- Knapp drei Millionen Aktien zurückgekauft
- Quartalsbericht erscheint am 28. Oktober
Am deutschen Aktienmarkt steht der Stuttgarter Automobilkonzern Mercedes-Benz weiterhin im Fokus von Analysten und Investoren. Neben strukturellen Fragen zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Produktion richtet sich der Blick des Marktes auf die jüngsten Einschätzungen der Experten sowie die operativen Gegenmaßnahmen des Managements.
Deutsche Bank passt Bewertung an
Am Dienstag reduzierte Deutsche Bank Research das Kursziel für die Aktie von Mercedes-Benz von 73 auf 70 Euro. Trotz der leichten Zielpreissenkung beließ das Analysehaus die Einstufung für den DAX-Titel auf „Buy“. Die Experten sehen trotz des gedämpften Kursniveaus somit weiterhin deutliches Aufwärtspotenzial gegenüber der aktuellen Bewertung.
An der Börse notiert das Papier heute bei 40,02 Euro, was einem Tagesrückgang von 1,3 Prozent entspricht. Auf Jahressicht summieren sich die Einbußen inzwischen auf ein Minus von 34 Prozent seit Jahresanfang. Die Zurückhaltung der Marktteilnehmer spiegelt vor allem die Ungewissheit über die künftige Kostenstruktur und die Margenentwicklung wider.
Diskussionen über deutsche Fertigungskosten
Als wesentlicher Belastungsfaktor gilt die Diskussion über Einsparungen an den deutschen Standorten. Mercedes-Benz hatte erklärt, dass die Produktion im Heimatmarkt vor allem wegen hoher Arbeitskosten international nicht mehr wettbewerbsfähig sei. Ein Manager warnte die Belegschaft bereits vor der Gefährdung zweier Fabriken.
Zudem berichtete Reuters am Dienstag, dass der Automobilhersteller im Rahmen des Streits um die Personalkosten die Möglichkeit zur Arbeit im Homeoffice weitgehend abschaffen wolle.
Medienberichten zufolge stehen Einsparungen bei den Arbeitskosten von bis zu 800 Millionen Euro im Raum, wobei Maßnahmen wie unbezahlte Mehrarbeit sowie Einschnitte bei Sonderzahlungen diskutiert werden. Das Unternehmen bestätigte diese Summe bislang nicht und verwies auf laufende Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern.
Rückkaufprogramm und Quartalstermin
Um der Kursschwäche entgegenzuwirken, greift das Management zu Kapitalmaßnahmen. Im Rahmen des vor rund einem Monat gestarteten Aktienrückkaufprogramms, das den Erwerb von bis zu 58 Millionen Anteilen für maximal eine Milliarde Euro vorsieht, kaufte der Konzern in der Woche vom 21. bis zum 25. September weitere 895.000 Papiere zurück.
Das Gesamtvolumen der bisher erworbenen Aktien stieg damit auf knapp drei Millionen Stück. Auch auf Investorenseite gab es zuletzt Verschiebungen: Der Vermögensverwalter BlackRock meldete am 25. September einen Gesamtstimmrechtsanteil von 6,04 Prozent.
Wichtige fundamentale Impulse erwarten Anleger gegen Monatsende. Am 28. Oktober legt die Mercedes-Benz Group ihren Zwischenbericht für das dritte Quartal 2026 vor. Die anschließende Telefonkonferenz dürfte Klarheit darüber bringen, wie stark die aktuellen Belastungen das operative Konzernergebnis tatsächlich beeinträchtigt haben.
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