Mercedes-Benz Aktie: Homeoffice endet auf vier Tage pro Woche
Ein Entwurf erlaubt Führungskräften bis zu vier Bürotage pro Woche; die Zustimmung des Konzernbetriebsrats steht noch aus.
Kurz zusammengefasst
- Entwurf sieht vier mögliche Bürotage vor
- Konzernbetriebsrat akzeptierte Regelung widerwillig
- Schichtausfall in Sindelfingen wegen Bauteilmangels
- KNDS-Verkauf hängt an Bundeswehr-Auftrag
Der Autobauer Mercedes-Benz steuert auf ein weitgehendes Ende der großzügigen Homeoffice-Regelungen zu. Laut einem Bericht der WirtschaftsWoche liegt intern der Entwurf für eine neue Konzernbetriebsvereinbarung zum mobilen Arbeiten vor.
Demnach sollen Führungskräfte Beschäftigte der Mercedes-Benz Group in Deutschland künftig verpflichten können, an bis zu vier Arbeitstagen pro Woche vor Ort im Büro zu arbeiten. Eine gesonderte Begründung soll dafür nicht erforderlich sein.
Widerstand im Betriebsrat und Druck des Vorstands
Die Neuregelung muss noch final genehmigt werden, unter anderem durch den Konzernbetriebsrat. Die Arbeitnehmervertreter akzeptierten den Entwurf laut Insidern jedoch nur widerwillig.
Der Vorstand hatte andernfalls mit der Kündigung der bestehenden Betriebsvereinbarung gedroht, womit mobiles Arbeiten im Unternehmen vollständig entfallen wäre. Die bisherige Regelung sah kein festes Wochenlimit für die Arbeit im Homeoffice vor und unterstützte flexible Modelle.
Konzernchef Ola Källenius hatte im Sommer sogar eine vollständige Präsenzpflicht von fünf Tagen in der Woche angestrebt. Die Verschärfung zeichnete sich schrittweise ab: Bereits im Frühjahr 2025 forderte das Management mehr Anwesenheit von Führungskräften ein, bevor später auch Mitarbeiter in indirekten Bereichen zur Überprüfung ihrer Teamregeln angehalten wurden. Mercedes-Benz und der Konzernbetriebsrat gaben unter Verweis auf laufende Gespräche zunächst keine offizielle Stellungnahme ab.
Operative Baustellen fordern das Management
Die Debatte um die Arbeitsbedingungen fällt in eine Phase spürbarer operativer Herausforderungen. Am vergangenen Freitag kam es im Werk Sindelfingen infolge eines Bauteilmangels zum Ausfall einer Schicht in der Factory 56, in der unter anderem die S-Klasse gebaut wird. Nach Angaben des Unternehmens sollte die Fertigung zu Wochenbeginn wieder planmäßig anlaufen.
Gleichzeitig verhandelt der Konzern über die Zukunft des Transporter-Werks in Ludwigsfelde mit seinen rund 1.800 Beschäftigten. Ein möglicher Verkauf an den Rüstungskonzern KNDS geriet ins Stocken, da der Interessent eine Übernahme von der noch offenen Bundeswehr-Großbestellung „Arminius“ abhängig macht.
Ein Verkauf gilt intern als bevorzugte Lösung, da die Fertigung offener Baumuster des Sprinters nach Polen verlagert werden soll und die bestehende Beschäftigungsgarantie Ende 2029 ausläuft.
An der Börse zeigte sich das Papier nach den jüngsten Rückschlägen stabilisiert. Im Handel notiert die Aktie bei 41,58 Euro, was einem leichten Tagesplus von 0,3 Prozent entspricht. Damit bewegt sich der Kurs knapp über dem am vergangenen Freitag erreichten 52-Wochen-Tief von 41,05 Euro.
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