Mercedes-Benz Aktie: Kommt das Ungemach?
Mercedes-Benz verzeichnet starke Elektro-Verkäufe, leidet aber unter einem massiven Absatzeinbruch in China. Der anstehende Quartalsbericht zeigt die gespaltene Lage.

Kurz zusammengefasst
- China-Absatz bricht um 27 Prozent ein
- Elektro-Verkäufe steigen auf über 50.000 Einheiten
- Neue E-C-Klasse in Ungarn produziert
- Aktie verliert seit Jahresbeginn fast 19 Prozent
Starke Nachfrage nach neuen Elektromodellen, schwache Kurse an der Börse. Bei Mercedes-Benz klaffen Realität im Werk und Stimmung am Markt weit auseinander. Am Mittwoch legt der Konzern seine Zahlen für das erste Quartal vor. Das dürfte spannend werden.
Tiefe Risse im China-Geschäft
Der anstehende Finanzbericht wird eine tiefe Spaltung offenlegen. Weltweit verkaufte die Pkw-Sparte im ersten Quartal rund 419.000 Fahrzeuge. Das entspricht einem Rückgang von sechs Prozent. Der Hauptgrund für diese Schwäche liegt in Asien.
In China brach der Absatz dramatisch um 27 Prozent ein. Ein lokaler Preiskrieg und erstarkte heimische Konkurrenz kosten den Stuttgartern wertvolle Marktanteile. Das Management bezeichnet das laufende Jahr dort bereits als Übergangsjahr. Im Rest der Welt wuchs der Verkauf indes um fünf Prozent.
Volle Schichten und eine Premiere
Als Gegengewicht dient das Elektrogeschäft. Die Verkäufe batterieelektrischer Fahrzeuge stiegen konzernweit auf über 50.000 Einheiten. Besonders der neue vollelektrische GLC treibt die Zahlen. Das Werk in Bremen läuft dafür im Drei-Schicht-Betrieb inklusive Samstagsschichten.
Zusätzlichen Schub soll die neue elektrische C-Klasse bringen. Mercedes-Benz hat die Limousine vergangene Woche in Seoul enthüllt. Die Produktion in Ungarn läuft bereits. Erste Kunden erhalten den Wagen mit 800-Volt-Technik im Sommer.
Spardruck und schrumpfende Dividende
Finanzvorstand Harald Wilhelm muss am Mittwoch erklären, wie er die Profitabilität schützt. Analysten achten besonders auf das laufende Effizienzprogramm. Dieses soll bis Jahresende mehr als drei Milliarden Euro einsparen. Tausende Mitarbeiter haben den Konzern dafür bereits über Abfindungen verlassen.
Aktionäre spüren den Gegenwind bereits im Depot. Die Hauptversammlung hat Mitte April eine gekürzte Dividende von 3,50 Euro je Aktie beschlossen. Im Vorjahr zahlte der Autobauer noch spürbar mehr.
An der Börse hinterlässt die Gemengelage deutliche Spuren. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 19 Prozent an Wert verloren. Am Freitag schloss die Aktie bei 50,17 Euro. Enttäuscht der Quartalsbericht am Mittwoch, droht ein rascher Test des 52-Wochen-Tiefs. Diese wichtige Unterstützungsmarke liegt bei 48,45 Euro.
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