Mercedes-Benz Aktie: Kooperation mit Wayve besiegelt
Das Wayve-System soll binnen zwei Jahren in Mercedes-Modelle kommen; zugleich stehen Kostensenkungen und US-Handelsregeln im Fokus.

Kurz zusammengefasst
- Wayve-Technologie für künftige Mercedes-Modelle vorgesehen
- Systemstart innerhalb der nächsten zwei Jahre geplant
- Produktionschef nennt mögliche Werksschließungen
- Arbeitskosten sollen um 800 Millionen Euro sinken
Mercedes-Benz treibt die Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen über eine neue Partnerschaft voran. Der Stuttgarter Konzern vereinbarte am 22. September mit dem Softwareunternehmen Wayve eine Kooperation. Ziel der Vereinbarung ist es, das autonome Fahrsystem des Partners in künftige Fahrzeugmodelle von Mercedes-Benz zu integrieren. Laut Reuters ist der Start des Systems innerhalb der nächsten zwei Jahre vorgesehen.
Technologische Offensive trifft auf Kursdruck
Die Vereinbarung unterstreicht die Bemühungen des Unternehmens, bei automatisierten Fahrfunktionen technologisch Schritt zu halten. Gleichzeitig steht der Konzern vor operativen Herausforderungen in seinen traditionellen Geschäftsfeldern.
Die strategischen Weichenstellungen fallen in eine Phase anhaltender Kursschwäche. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 33 Prozent. Am gestrigen Donnerstag ging das Papier bei 40,18 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Titel nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 39,77 Euro, das am Vortag erreicht wurde.
Produktionschef warnt vor Werksschließungen
Neben den technologischen Vorhaben steht die Fertigungsstruktur im Fokus. Produktionschef Michael Schiebe erklärte gegenüber Beschäftigten, dass das Unternehmen ohne Kostensenkungen möglicherweise ein deutsches Montagewerk und ein deutsches Antriebswerk schließen müsse.
Mercedes-Benz betonte hingegen, das Ziel bestehe weiterhin darin, alle deutschen Standorte zu erhalten. Konkrete Werke oder einen zeitlichen Rahmen nannte das Unternehmen dabei nicht.
Der Sparbedarf in den heimischen Werken sorgt bereits für Diskussionen über Einschnitte bei den Beschäftigten. Die WirtschaftsWoche berichtete unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen über Pläne, die Arbeitskosten in Deutschland um 800 Millionen Euro zu senken.
Zu den erwogenen Maßnahmen zählen längere Arbeitszeiten ohne zusätzliche Bezahlung sowie Anpassungen oder die Streichung von Sonderzahlungen. Mercedes-Benz lehnte laut Reuters eine Stellungnahme zu den laufenden Verhandlungen ab.
US-Gesetzesinitiative berührt Aktionärsstruktur
Zusätzliche Aufmerksamkeit richtet sich auf das US-Geschäft und drohende Handelsbeschränkungen. Ein Gesetzentwurf, der bereits im Senatsausschuss gebilligt wurde, zielt auf chinesische Einflüsse in der Automobilbranche ab. Die Vorlage würde Unternehmen mit einer Beteiligung chinesischer Unternehmen von mehr als 15 Prozent den Verkauf von Fahrzeugen auf dem US-Markt verbieten.
Für Mercedes-Benz besitzt diese Initiative Relevanz, da laut Reuters nahezu 20 Prozent der passiven Beteiligungen auf chinesische Unternehmen entfallen. US-Senator Bernie Moreno äußerte sich am Dienstag zu der Thematik. Er erklärte, laufende Gespräche sollten gewährleisten, dass das geplante Gesetz Mercedes-Benz nicht von Verkäufen in den Vereinigten Staaten ausschließt.
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