Mercedes-Benz Aktie: Prognose sinkt wegen China
Mercedes-Benz reduziert Absatzerwartungen für 2026. Schwache Nachfrage in China belastet, während Elektro-Quote und Finanzsparte positiv überraschen.

Kurz zusammengefasst
- Absatzprognose für 2026 gesenkt
- China-Geschäft bricht um 30 Prozent ein
- Gewinn im ersten Halbjahr rückläufig
- Elektroauto-Anteil soll steigen
Mercedes-Benz kappt die eigenen Erwartungen für das laufende Jahr. Der Stuttgarter Autobauer rechnet nun mit einem Absatz leicht unter Vorjahresniveau, nicht mehr mit stabilen Stückzahlen wie bisher angenommen. Der Grund liegt vor allem in China, wo das Geschäft seit Monaten schwächelt.
Im zweiten Quartal 2026 verkaufte die Sparte Mercedes-Benz Cars 417.765 Fahrzeuge — acht Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum mit 453.674 Einheiten. Europa und die USA legten zu, um vier beziehungsweise zehn Prozent. Das reichte aber nicht, um den chinesischen Einbruch von 30 Prozent auszugleichen. Intensiver Wettbewerb, verhaltene Nachfrage und laufende Modellwechsel drücken dort weiter auf die Zahlen. Ohne China wäre der weltweite Pkw-Absatz sogar um zwei Prozent gestiegen.
Gewinn schrumpft, Marge hält sich wacker
Im ersten Halbjahr sank der Nettogewinn um sechs Prozent auf 2,52 Milliarden Euro, der Umsatz fiel um vier Prozent auf 63,66 Milliarden Euro. Belastet haben negative Wechselkurseffekte und schwächere Preise. Das bereinigte EBIT der ersten sechs Monate gab um zehn Prozent auf 4,07 Milliarden Euro nach.
Das zweite Quartal für sich betrachtet zeigt allerdings eine andere Richtung: Das EBIT kletterte auf 1,55 Milliarden Euro, der Nettogewinn stieg auf rund 1,1 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahresquartal. Mit hineingespielt haben allerdings Sondereffekte — 752 Millionen Euro Wertberichtigungen auf chinesische Beteiligungen sowie eine Risikovorsorge von 92 Millionen Euro im Zusammenhang mit einer Finanzierungszusage an Smart. Die Erträge aus Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen drehten im Halbjahr sogar ins Minus, mit 263 Millionen Euro Verlust nach einem Gewinn von 570 Millionen Euro im Vorjahr — auch das eine Folge der schwachen chinesischen Beteiligungsergebnisse.
Der freie Cashflow im Industriegeschäft fiel im Halbjahr um 30 Prozent auf 2,96 Milliarden Euro. Die Nettoliquidität sank seit Jahresende um 1,7 Milliarden Euro auf 30,4 Milliarden Euro, was Mercedes-Benz auf Dividendenzahlung und laufendes Aktienrückkaufprogramm zurückführt.
Elektro-Anteil und Finanzsparte als Lichtblicke
Nicht alles läuft schlechter als geplant. Die Erwartung für den Anteil elektrifizierter Fahrzeuge am Gesamtabsatz hebt der Konzern von zuvor 21 bis 23 Prozent auf jetzt 23 bis 25 Prozent an — getragen von der für das zweite Halbjahr erwarteten Hochlaufdynamik neuer Modelle. Auch die Finanzsparte Mercedes-Benz Financial Services blickt optimistischer nach vorn: Die bereinigte Eigenkapitalrendite soll nun 12 bis 14 Prozent erreichen, nach zuvor 10 bis 12 Prozent, getrieben von einer höheren Portfoliomarge.
Auf der Hauptversammlung am 16. April hatten die Aktionäre bereits einer Dividende von 3,50 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 zugestimmt. Für den weiteren Jahresverlauf bleibt die Entwicklung in China der entscheidende Stellhebel — sie bestimmt, ob die nun vorsichtigere Umsatzprognose am Jahresende tatsächlich Bestand hat.
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