Mercedes-Benz Aktie: Q2-EBIT 2,3 Milliarden trotz China

Mercedes-Benz präsentiert stabile Quartalszahlen, sieht sich jedoch mit Rückrufaktionen, einer US-Sammelklage und anhaltenden China-Problemen konfrontiert.

Dieter Jaworski ·
Moderne, technologisch fortschrittliche Automobilfertigung in einer Produktionshalle mit präziser Lichtstimmung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Quartalsumsatz von 32,1 Milliarden Euro
  • Rückruf von 310.000 Fahrzeugen in den USA
  • Sammelklage wegen überhitzter AMG-Sitzlogos
  • Kein V8-Comeback im AMG C63

Mercedes-Benz musste sich zuletzt gleich mit mehreren Baustellen auseinandersetzen. Während der Konzern operativ solide Zahlen vorlegte, sorgten Rückrufaktionen und juristischer Ärger in den USA für negative Schlagzeilen. Die Aktie notierte am Donnerstag bei 45,73 Euro und lag damit rund 0,4 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen dafür, dass sich der Titel derzeit in einer Seitwärtsbewegung befindet.

Solide Quartalszahlen trotz China-Bremse

Am 7. August veröffentlichte Mercedes-Benz die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026. Der Konzernumsatz belief sich auf 32,1 Milliarden Euro, das bereinigte Konzern-EBIT auf 2,3 Milliarden Euro. Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts lag bei 1,1 Milliarden Euro.

Trotz eines nach eigenen Angaben herausfordernden Marktumfelds in China bestätigte das Unternehmen seine Jahresprognose für 2026. Die anhaltende Absatzschwäche im chinesischen Markt bleibt jedoch ein zentrales Thema für Analysten: Die DZ Bank senkte am 3. August ihr Kursziel und reduzierte gleichzeitig die Gewinnprognosen bis 2028, mit Verweis auf genau diese China-Problematik.

Zwei Rückrufaktionen binnen weniger Tage

Parallel zu den Geschäftszahlen häuften sich technische Probleme. Am 4. August bestätigte Mercedes-Benz einen Rückruf von rund 310.000 Fahrzeugen in den USA. Betroffen sind Modelle der Baujahre 2019 bis 2026 aus den Reihen A-, C-, CLA-, GLA-, GLB-, GLC- und CLE-Klasse. Grund ist ein Korrosionsrisiko an einem Mikroschalter im Fahrertürschloss, das die automatische Parkfunktion deaktivieren und ein Wegrollen des Fahrzeugs auslösen kann.

Bereits am 3. August hatte die Daimler Truck Holding, zu der die Lkw-Marke Mercedes-Benz gehört, einen globalen Rückruf von 131.095 Lastwagen der Baureihen Actros, Arocs und eActros angekündigt. Auslöser ist Korrosion an einem Batterie-Chip der AGM-Batterie, die eine Brandgefahr birgt. Betroffen sind Fahrzeuge aus den Produktionsjahren 2021 bis 2025.

Sammelklage wegen heißer Sitzlogos

Zusätzlichen Gegenwind bringt eine am 10. August eingereichte Sammelklage in den USA. Sie wirft Mercedes-Benz einen Konstruktionsfehler bei metallischen AMG-Sitzlogos vor, die sich bei Sonneneinstrahlung so stark erhitzen sollen, dass Verbrennungen zweiten Grades drohen können.

Die Häufung solcher Meldungen dürfte das Vertrauen von Anlegern und Kunden zusätzlich auf die Probe stellen, auch wenn Rückrufe im Automobilgeschäft grundsätzlich zum operativen Alltag gehören.

Kein V8-Comeback im AMG C63

Auf der Produktseite dämpfte Klaus Rehkugler, Leiter Produktmanagement, am 13. August Spekulationen über eine Rückkehr des V8-Antriebs im aktuellen AMG C63. Zugleich bestätigte er, dass Mercedes-Benz an V8-Verbrennungsmotoren mindestens bis 2035 festhalten will – ein Signal an Kunden, die trotz der Elektrifizierungsstrategie des Konzerns nicht auf klassische Antriebskonzepte verzichten möchten.

Die Aktie bewegt sich damit weiterhin im Spannungsfeld zwischen soliden operativen Zahlen, ungelösten China-Problemen und einer Serie technischer Rückrufe. Anleger dürften die nächsten Monate genau beobachten, ob sich die Belastungen aus den USA auf die Markenwahrnehmung auswirken.

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Mercedes-Benz Aktie

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