Mercedes-Benz Aktie: Stromer-Rekord trotz China-Einbruch
Der Pkw-Absatz sank im dritten Quartal, während reine Stromer weltweit deutlich zulegten und Europas Bestellungen bis 2027 reichen.

Kurz zusammengefasst
- Pkw-Auslieferungen weltweit um acht Prozent gesunken
- China-Verkäufe fast ein Drittel niedriger
- Weltweiter Stromerabsatz um 61 Prozent gestiegen
- Europäische Bestellungen reichen bis 2027
Der Kurs von Mercedes-Benz notiert bei 39,97 Euro, was seit Jahresbeginn einem Rückgang von 34 Prozent entspricht. Dahinter steht eine fundamentale Verschiebung im Geschäft des Stuttgarter Konzerns: Der robuste Hochlauf der Elektromobilität in den westlichen Märkten reicht vorerst nicht aus, um den Absatzeinbruch im traditionell lukrativen China-Geschäft auszugleichen.
Das Unternehmen steht in einem strategischen Spagat. Während die Nachfrage nach neuen batteriebetriebenen Modellen in westlichen Ländern die Kapazitäten übersteigt, verliert die Marke in Fernost an Boden. Für Anleger verändert sich damit das Ertragsprofil spürbar, da margenstarke Oberklassefahrzeuge im asiatischen Raum bisher als zentrale Stütze dienten.
Einbruch im margenstarken Kerngeschäft
Im dritten Quartal verzeichnete die Pkw-Sparte von Mercedes-Benz einen weltweiten Absatz von 407.200 Fahrzeugen, was einem Rückgang von acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das teuerste Luxussegment verbuchte dabei weltweit eine Einbuße um gut ein Fünftel.
Besonders in China zeigt sich die Belastung deutlich, wo die Verkäufe um fast ein Drittel absackten. Laut Handelsblatt schrumpfte der chinesische Pkw-Gesamtmarkt um rund ein Fünftel, wodurch sich das Verkaufsvolumen des Konzerns gegenüber früheren Höchstständen drastisch reduzierte. Neben einer allgemeinen Zurückhaltung der Kundschaft setzt auch die erstarkte lokale Konkurrenz westliche Premiumhersteller unter Druck.
Volle Auftragsbücher bei europäischen Stromern
Einen spürbaren Gegenpol bildet das Segment der Elektrofahrzeuge. Weltweit kletterte der Absatz reiner Stromer im dritten Quartal auf den Rekordwert von 68.400 Pkw, ein Zuwachs von 61 Prozent im Jahresvergleich. In Europa legten die Auslieferungen batterieelektrischer Modelle um 78 Prozent zu.
Auf dem europäischen Markt war damit annähernd jeder dritte ausgelieferte Pkw der Marke vollelektrisch. Für die neuen Modellreihen GLC, CLA, GLB und GLA meldet der Hersteller für den Rest des Jahres 2026 eine vollkommene Auslastung, während die Bestellungen bis in das Jahr 2027 reichen. Außerhalb Chinas konnte das Pkw-Geschäft insgesamt ein leichtes Plus behaupten, gestützt von Zuwächsen in den USA und Europa.
Die hohe Nachfrage nach neuen Elektromodellen belegt das funktionierende Produktangebot in den Kernmärkten. Gleichzeitig bindet die Transformation erhebliche finanzielle Mittel, während der Wegfall margenstarker Verbrenner in Asien die Profitabilität belastet.
Gedämpfte Mittelfristziele
Im bisherigen Jahresverlauf belief sich das weltweite Pkw-Volumen auf 1,24 Millionen Einheiten, was einem Rückgang von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
Mittelfristig hält das Management an der Zielmarke von rund zwei Millionen Pkw jährlich fest, rechnet jedoch erst vor Ende des Jahrzehnts mit dieser Schwelle. Eine Rückkehr zu diesem Niveau im Jahr 2027 gilt als ausgeschlossen. Für die weitere Entwicklung bleibt entscheidend, ob Kostensenkungen und der Hochlauf neuer Plattformen die anhaltende Schwächephase im asiatischen Markt ausgleichen können.
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