Mercedes-Benz Aktie: Trumps Eskalation trifft den Stern

Die angekündigten US-Importzölle von 25 Prozent auf EU-Fahrzeuge setzen Mercedes-Benz unter Druck. Die lokale Produktion in Alabama bietet nur teilweisen Schutz.

Dr. Robert Sasse ·
Mercedes-Benz Aktie

Kurz zusammengefasst

  • US-Zölle von 25 Prozent angekündigt
  • Mercedes-Produktion in Alabama als Vorteil
  • Importierte Modelle werden teurer
  • Schwache BEV-Verkäufe im ersten Quartal

Donald Trump dreht an der Zollschraube — und diesmal trifft es die europäische Automobilindustrie ins Mark. Ab der kommenden Woche sollen Pkw und Lkw aus der EU mit 25 Prozent Einfuhrzoll belegt werden. Für Mercedes-Benz, dessen US-Geschäft zu den wichtigsten Erlösquellen zählt, ist das eine ernstzunehmende Belastung.

Die Ankündigung kam über Trumps Plattform Truth Social, begründet mit dem Vorwurf, die EU halte sich nicht an ein bestehendes Handelsabkommen. Dabei hatte man sich im vergangenen Sommer zwischen Washington und Brüssel noch auf einen Deckel von 15 Prozent geeinigt — für Autos und Autoteile gleichermaßen. Dieser Deal liegt nun faktisch auf Eis.

Lokale Produktion als einziger Ausweg

Ein Detail aus Trumps Ankündigung verdient besondere Aufmerksamkeit: Fahrzeuge, die in US-amerikanischen Werken gefertigt werden, bleiben von den neuen Abgaben ausgenommen. Für Mercedes-Benz, das in Alabama produziert, bedeutet das zumindest eine teilweise Absicherung. Doch ein erheblicher Teil des US-Absatzes wird weiterhin aus Deutschland und anderen europäischen Standorten importiert — und genau dieser Teil wird teurer.

Die Folge ist ein klassisches Margenproblem. Entweder schluckt Mercedes die Mehrkosten und sieht die Profitabilität sinken, oder die Preise werden an amerikanische Käufer weitergegeben — mit entsprechenden Risiken für die Nachfrage im ohnehin schwierigen US-Markt.

Branche und Börse unter Strom

Die Reaktion an den Märkten ließ nicht lange auf sich warten. Da europäische Börsen am Freitag feiertagsbedingt geschlossen blieben, spiegelten zunächst US-notierte Hinterlegungsscheine die Stimmung wider — Mercedes-ADRs gaben nach. Der europäische Branchenindex für Automobilhersteller und Zulieferer hat seit Jahresbeginn bereits mehr als 13 Prozent verloren und notiert knapp über seinem Mehrjahrestief vom März.

Der Verband der Automobilindustrie sprach von einer „schwerwiegenden Belastung der transatlantischen Beziehungen“ und appellierte an beide Seiten, zur Deeskalation beizutragen. Die EU-Kommission stellte ihrerseits Gegenmaßnahmen in Aussicht, falls die Zölle tatsächlich in Kraft treten.

Erschwerend kommt hinzu, dass die globalen Elektroautoverkäufe zuletzt Schwäche zeigten. Im ersten Quartal 2026 gingen die weltweiten BEV-Verkäufe in 43 ausgewerteten Märkten um 1 Prozent zurück — nach einem Plus von fast einem Drittel im Gesamtjahr 2025. Zuwächse in Europa konnten Rückgänge in China und den USA nicht ausgleichen. Für einen Hersteller, der seine Transformation hin zur Elektromobilität gerade in vollem Gange hat, kommt das zur denkbar ungünstigen Zeit.

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