Mercedes-Benz Aktie: Umbau läuft

Mercedes-Benz meldet für 2025 einen um 48% gesunkenen Gewinn und bröckelnde Margen. Der Konzern reagiert mit einem harten Sparkurs, Lokalisierung in China und einer umfangreichen Modelloffensive.

Kurz zusammengefasst:
  • Konzerngewinn 2025 um fast die Hälfte eingebrochen
  • China als größte Druckquelle mit Absatzminus von 19%
  • Harter Sparkurs mit Kostensenkungen und Stellenabbau
  • Über 40 neue Modelle in den nächsten drei Jahren

Mercedes-Benz hat im Geschäftsbericht 2025 ein unbequemes Bild geliefert: Der Gewinn ist fast halbiert, die Margen bröckeln – und ausgerechnet China, wichtigster Einzelmarkt, drückt besonders stark. Gleichzeitig setzt der Konzern auf einen harten Mix aus Sparprogramm, Lokalisierung und Modelloffensive. Die entscheidende Frage ist: Reicht das, um 2026 schon eine spürbare Stabilisierung zu liefern?

Am Markt wirkt die Lage zuletzt weiter angespannt. Der Schlusskurs am Freitag lag bei 54,97 Euro. In den vergangenen 30 Tagen ging es um 9,54% nach unten, der RSI (14 Tage) von 36,3 deutet dabei eher auf ein schwaches Momentum hin.

Mercedes-Benz

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Gewinn und Margen: Der Druck ist messbar

Die Eckdaten aus dem Jahresfinanzbericht zeigen, wie stark das Jahr 2025 reingehauen hat. Der Umsatz sank von 145,6 Mrd. Euro auf 132,2 Mrd. Euro. Das bereinigte EBIT fiel von 13,7 Mrd. Euro auf 8,2 Mrd. Euro. Unter dem Strich blieb ein Konzernnettogewinn von 5,33 Mrd. Euro – ein Minus von 48%.

Mercedes-Benz nennt dafür mehrere Treiber: Zollbelastungen von rund 1,2 Mrd. US-Dollar, intensiverer Wettbewerb in China und ungünstige Währungseffekte. Dazu kam ein Absatzrückgang von 9%.

Besonders sichtbar wird der Gegenwind bei den Margen. Mercedes-Benz Cars rutschte bei der bereinigten Umsatzrendite auf 5,0% (nach 8,1%), Vans auf 10,2% (nach 14,6%). Auch der durchschnittliche Verkaufspreis im Pkw-Segment gab nach – auf rund 68.100 Euro nach 71.000 Euro.

Immerhin: Kosteneinsparungen von etwa 3,6 Mrd. Euro fingen den Einbruch laut Bericht teilweise ab. Als Lichtblick stach die Finanzsparte heraus: Financial Services steigerte ihr Ergebnis um knapp 12%.

China als Baustelle – und die Antwort darauf

China steht 2025 für knapp ein Drittel der globalen Pkw-Verkäufe – und war gleichzeitig die größte Druckquelle. Die Verkäufe in China sanken um 19%, was den Gewinneinbruch mitprägte. Hintergrund ist vor allem der härtere Wettbewerb, insbesondere durch heimische Elektrofahrzeughersteller.

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Die strategische Antwort: Lokalisierung. Bis Mitte 2026 sollen mehr als 80% der in China verkauften Fahrzeuge aus lokaler Produktion kommen. Ziel sind niedrigere Kosten und schnellere Reaktionen auf den Markt.

Dividende runter, Rückkauf weiter – und ein harter Sparkurs

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen für 2025 eine Dividende von 3,50 Euro je Aktie vor, nach 4,30 Euro im Vorjahr. Über den Vorschlag entscheidet die Hauptversammlung am 16. April.

Parallel läuft das Aktienrückkaufprogramm weiter: Von November bis Dezember 2025 kaufte Mercedes-Benz eigene Aktien für rund 329 Mio. Euro zurück. Für 2026 ist noch ein Volumen von bis zu 1,7 Mrd. Euro vorgesehen. Zusätzlich vereinbarte der Konzern mit Beijing Automotive Group und Geely Group, dass beide ihre Beteiligungen unter 10% der Stimmrechte halten – indem sie Anteile anteilig in das Rückkaufprogramm geben.

Operativ setzt Mercedes-Benz auf einen Umbau auf Hochtouren. Bis 2027 sollen die Produktionskosten pro Fahrzeug um 10% gegenüber 2024 sinken. Der strukturelle Stellenabbau verursacht dafür zunächst Einmalkosten von 1,6 Mrd. Euro. Außerdem soll das Joint-Venture-Werk in Aguascalientes (Mexiko) bis Mai schließen – das entspricht einer Kapazitätsreduzierung von rund 100.000 Einheiten.

Dazu kommt eine große Produktoffensive: Über 40 neue Modelle in den nächsten drei Jahren sind angekündigt. In der ersten Jahreshälfte 2026 sind umfangreiche Upgrades für S‑Klasse und GLS geplant, anschließend neue AMG-Modelle. Der neue CLA wurde bereits als „Car of the Year 2026“ ausgezeichnet.

Zum Ausblick: Für 2026 erwartet Mercedes-Benz Umsatz auf Vorjahresniveau, ein Group-EBIT „deutlich“ über dem Vorjahreswert und einen Free Cash Flow des Industriegeschäfts leicht unter 2025. In der Pkw-Sparte liegt das Renditeziel bei 3 bis 5% – zweistellige Margen stellt das Management erst für 2027 in Aussicht. Konkreter wird es mit dem nächsten Fixpunkt am 29. April, wenn die Q1-2026-Ergebnisse zeigen sollen, ob Lokalisierung, Kostensenkungen und Modelloffensive die angepeilte Erholung tatsächlich untermauern.

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