Mercedes-Benz Aktie: US-Gesetz droht bei 20% chinesischem Besitz

Mercedes-Benz droht Ausschluss vom US-Markt durch neues China-Gesetz. Der Konzern verstärkt Lobbyarbeit, während Absatz in China einbricht.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung einer automatisierten Fertigungslinie in einer Fabrik bei gedimmter, atmosphärischer Beleuchtung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Lobbyarbeit für höhere China-Beteiligungsgrenze
  • Absatzeinbruch in China um 30 Prozent
  • Produktion des CLA L vorerst gestoppt
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn über 25 Prozent

Der Stuttgarter Automobilkonzern Mercedes-Benz sieht sich mit einer potenziell existenzbedrohenden Gesetzesinitiative in den USA konfrontiert. Im Zentrum der Debatte steht der „Connected Vehicle Security Act of 2026“, der den Verkauf von vernetzten Fahrzeugen untersagen könnte, wenn der Hersteller zu mehr als 15 % in chinesischem Besitz ist. Mercedes-Benz, dessen Kapitalanteile zu fast 20 % von chinesischen Investoren wie der BAIC Motor und Li Shufu gehalten werden, intensiviert derzeit seine Lobbybemühungen in Washington, um eine Anhebung dieser Grenze auf 25 % zu erwirken.

Lobbying gegen drohenden US-Marktausschluss

Die von den US-Senatoren Moreno und Slotkin eingebrachte überparteiliche Initiative zielt darauf ab, Sicherheitsrisiken durch chinesische Technologie und Kapitalverflechtungen zu minimieren. Da Mercedes-Benz die aktuelle 15-Prozent-Schwelle überschreitet, droht dem Unternehmen ein faktischer Ausschluss vom wichtigen US-Markt, sollte das Gesetz in seiner ursprünglichen Form verabschiedet werden. Laut Berichten von S&P Global AutoTechInsight setzt sich der Konzern massiv für eine Lockerung der Bestimmungen ein, stieß jedoch im zuständigen Ausschuss des Repräsentantenhauses bereits auf Ablehnung.

Die regulatorischen Daumenschrauben ziehen auch an anderer Stelle an: Die US-Automobilindustrie arbeitet bereits unter Hochdruck daran, chinesische Softwarekomponenten bis zum Modelljahr 2027 und Hardware bis 2030 vollständig zu ersetzen. Wie Reuters berichtet, führt dies zu massiven Kostensteigerungen in der Lieferkette, die auf 5 % bis 15 % gegenüber chinesischen Modulen geschätzt werden.

Absatzkrise auf dem chinesischen Markt

Parallel zum regulatorischen Druck in Nordamerika verschlechtern sich die Geschäfte im einstigen Wachstumsmotor China. Die deutschen Fahrzeug- und Teileexporte in die Volksrepublik brachen von Januar bis Mai 2026 um mehr als 25 % auf 4,7 Milliarden Euro ein. Laut CNBC TV18 verzeichnete Mercedes-Benz im zweiten Quartal einen Absatzrückgang von 30 % auf dem chinesischen Markt, während lokale Marken zunehmend Marktanteile gewinnen.

Besonders deutlich wird die Schwäche beim Modell CLA L: In der ersten Jahreshälfte 2026 wurden in China lediglich 627 Einheiten verkauft. Aufgrund des mangelnden Interesses wurde die Produktion beim Joint Venture BBAC vorerst ausgesetzt. Als Hauptgründe für den Misserfolg gelten die starke Konkurrenz durch Tesla sowie preisgünstigere einheimische Anbieter. Während die Elektroversion des Modells in Europa mit 25.500 Einheiten erfolgreich startete, konnte der höhere Preis in China nicht durchgesetzt werden.

Handelszölle belasten Investitionsbereitschaft

Die allgemeine handelspolitische Lage verschärft das Umfeld für den DAX-Konzern zusätzlich. Einer aktuellen Umfrage des Ifo-Instituts zufolge geben 74 % der Unternehmen aus der Automobilindustrie an, negativ von US-Zöllen betroffen zu sein. Dies hat weitreichende Folgen für die Planungssicherheit: Der Anteil der Unternehmen, die Investitionsprojekte gestrichen haben, hat sich auf 16 % verdoppelt.

An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage deutlich wider. Mit einem aktuellen Kurs von 44,90 € notiert die Mercedes-Benz-Aktie rund 27,93 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 62,30 €. Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertverlust des Papiers damit bereits auf 25,54 %. Trotz der operativen Schwierigkeiten und Protesten gegen den Sparkurs zeigt sich CEO Ola Källenius entschlossen. Das Unternehmen verweist auf eine solide Liquiditätsreserve von 33,8 Milliarden Euro, fordert jedoch im Zuge der Transformation zur Elektromobilität weitere Kostensenkungen von der Belegschaft.

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Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 8,75 %
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