Mercedes-Benz Aktie: US-Produktion durch 20-Prozent-China-Anteil gefährdet
Ein US-Gesetzentwurf gefährdet die Produktion von Mercedes-Benz in Amerika. Trotz günstiger Bewertung und Kursstabilisierung bleiben die operativen Aussichten schwach.

Kurz zusammengefasst
- US-Gesetz bedroht Mercedes-Produktion
- Chinesische Anteile überschreiten kritische Schwelle
- Kurs stabilisiert sich nahe 50 Euro
- Operativ schwache Margen belasten
In den USA braut sich ein massives Problem für Mercedes-Benz zusammen. Ein neuer Gesetzentwurf zielt direkt auf die Eigentümerstruktur des Stuttgarter Autobauers ab. Die Folge: Die gesamte US-Produktion steht auf dem Spiel. Trotzdem stabilisiert sich der Kurs aktuell knapp unter der 50-Euro-Marke.
Das China-Risiko im US-Geschäft
Der „Motor Vehicle Modernization Act of 2026“ sorgt im Automobilsektor für Unruhe. Das Gesetz verbietet Herstellern den Verkauf und die Produktion in den USA, wenn Unternehmen aus „Gegnerstaaten“ mehr als 15 Prozent der Anteile halten. Dazu zählt die US-Regierung explizit China.
Für Mercedes-Benz reißt das eine gefährliche Lücke auf. Die chinesische BAIC Group kontrolliert knapp zehn Prozent der Anteile. Geely-Gründer Li Shufu hält fast genauso viel. Damit liegt die chinesische Beteiligung bei rund 20 Prozent. Das übersteigt die kritische Schwelle deutlich. Allein im Werk in Alabama hängen über 10.000 Arbeitsplätze an der US-Produktion.
Günstige Bewertung stützt den Kurs
Trotz der politischen Risiken greifen Anleger aktuell zu. Am Dienstag notiert das Papier stabil bei 49,49 Euro. Vergangene Woche fiel der Kurs noch auf ein neues 52-Wochen-Tief bei 46,90 Euro. Käufer nutzen dieses niedrige Niveau nun für den Einstieg.
Eine Sektorrotation im DAX treibt diese Bewegung an. Investoren schichten Kapital in substanzstarke Industriewerte um. Mercedes-Benz gilt nach einem Kursrutsch von knapp 20 Prozent seit Jahresbeginn als günstig bewertet. Analysten schätzen das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf lediglich 8,1. Dennoch notiert die Aktie weiterhin deutlich unter der 200-Tage-Linie.
Schwache Margen belasten
Operativ kämpft das Management an mehreren Fronten. Im vergangenen Jahr brach der Gewinn um fast die Hälfte ein. Schwache Nachfrage in China und der harte Preiskampf bei Elektroautos belasten das Geschäft. Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand nur eine Umsatzrendite von drei bis fünf Prozent. Der Konzern kürzte die Dividende bereits spürbar.
Das Marktumfeld spiegelt sich in den Prognosen der Analysten wider:
* Kurzfristig: Vorsichtige Schätzungen sehen den Kurs bei 42 bis 46 Euro.
* Langfristig: Der Konsens erwartet eine Erholung auf rund 60 Euro.
* Technik: Der RSI-Wert von 48,5 signalisiert eine neutrale Marktphase.
Im Juli präsentiert Mercedes-Benz die Zahlen für das zweite Quartal. Das Management muss dann erste Erfolge der neuen Produktoffensive in China vorweisen. Verfehlt die Marge die ohnehin niedrigen Erwartungen, droht ein rascher Test des jüngsten Tiefs.
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