Mercedes-Benz Aktie: Vorstand droht mit Werkschließungen
Der Vorstand verlangt längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich; zwei deutsche Werke könnten bei ausbleibenden Einsparungen schließen.
Kurz zusammengefasst
- Management verlangt längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich
- Zwei deutsche Werke könnten schließen
- Betriebsrat kündigt Widerstand gegen Pläne an
- Aktie markiert heute neues 52-Wochen-Tief
Auf einer Betriebsversammlung hat der Vorstand von Mercedes-Benz seine Forderungen nach drastischen Zugeständnissen der Belegschaft bekräftigt. Gestern traten Unternehmensführung und Arbeitnehmervertreter vor den Mitarbeitern zusammen, während der Konflikt um die künftige Kostenstruktur im Heimatmarkt eskaliert.
Das Management fordert längere Arbeitszeiten bei unverändertem Entgelt. Sollten die angestrebten Kostensenkungen ausbleiben, droht nach Einschätzung des Managements die Schließung zweier deutscher Werke.
Im Raum steht die Schließung eines deutschen Aufbauwerks sowie eines Powertrainwerks. Dies hatte Produktionsvorstand Michael Schiebe bereits wenige Tage zuvor signalisiert. Der Gesamtbetriebsrat kündigte umgehend energischen Widerstand gegen entsprechende Pläne an.
Streit über Arbeitszeiten und Sparziele
Der Konflikt spitzt sich an konkreten Einschnitten fest. Laut Handelsblatt nannte der stellvertretende Konzernbetriebsratschef Michael Häberle unter anderem eine 38-Stunden-Woche bei gleichbleibendem Gehalt sowie Eingriffe bei Sonderzahlungen als Diskussionspunkte, die das Management anstrebe. Zudem plane der Vorstand perspektivisch eine weitere Reduzierung der Produktionskapazität an den deutschen Standorten.
Über den genauen finanziellen Umfang der Einsparungen kursieren unterschiedliche Angaben. Die WirtschaftsWoche berichtete unter Berufung auf informierte Personen über ein angestrebtes Senken der deutschen Arbeitskosten um 800 Millionen Euro.
Der Konzern selbst bestätigte diesen Betrag gegenüber dem SWR nicht und verwies auf laufende Verhandlungen. Die Spannungen verdeutlichen den immensen Kostendruck, unter dem die Produktion am heimischen Standort steht.
Kurs notiert nahe Jahrestief
An den Finanzmärkten schlägt sich die Unsicherheit um die operative Ausrichtung und die Verhandlungen deutlich nieder. Der Titel verliert heute 1,4 Prozent und notiert bei 41,02 Euro. Damit bewegt sich das Papier nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 40,88 Euro, das am heutigen Handelstag markiert wurde. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus im Aktienkurs inzwischen auf 32 Prozent.
Die weiteren Verhandlungen mit der Belegschaft dürften die Marktstimmung vorerst prägen.
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