Mercedes-Benz: China-Absatz um 27 Prozent eingebrochen

Mercedes-Benz übertrifft mit gesunkenem Quartalsgewinn die Analystenerwartungen, leidet aber unter dem China-Absatzminus und neuen Risiken durch den Iran-Konflikt.

Redaktion Stock-World ·
Mercedes-Benz Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Quartalsgewinn fällt besser aus als befürchtet
  • China-Absatz bricht um 27 Prozent ein
  • USA und Europa mit deutlichem Wachstum
  • Iran-Konflikt gefährdet Aluminiumversorgung

China bricht ein, die USA boomen — Mercedes-Benz liefert im ersten Quartal 2026 einen Bericht voller Gegensätze. Unter dem Strich steht ein Ergebnis, das schwach klingt, aber die Erwartungen der Analysten deutlich übertrifft.

Regionale Spaltung prägt das Quartal

Die Verkaufszahlen erzählen zwei verschiedene Geschichten. In Europa legten die Absätze um 7 Prozent zu, in den USA sogar um 20 Prozent. In China, dem nach wie vor größten Einzelmarkt des Konzerns, brachen die Verkäufe dagegen um 27 Prozent ein. Einheimische Marken dringen ins Premiumsegment vor, die Gesamtnachfrage bleibt schwach. Mercedes spricht intern von einem „Übergangsjahr mit Modellwechseln im gesamten Portfolio“ — ein Rahmen, der den Absturz erklärt, aber nicht vollständig abfedert.

Das EBIT fiel im ersten Quartal auf 1,9 Milliarden Euro, ein Rückgang von knapp 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten mit einem Einbruch von 29 Prozent gerechnet. Der Umsatz sank um rund 5 Prozent auf 31,6 Milliarden Euro. Die Pkw-Marge komprimierte sich auf 4,1 Prozent — nach 7,3 Prozent im Vorjahreszeitraum, liegt damit aber innerhalb der eigenen Jahresprognose von 3 bis 5 Prozent.

Neue Risiken durch den Iran-Konflikt

Während die laufende Modelloffensive mit mehr als 40 neuen Fahrzeugen bis 2027 Rückenwind geben soll, rückt ein neues Risiko in den Vordergrund. Der Iran-Konflikt stört die Aluminiumversorgung aus den Golfstaaten erheblich — schätzungsweise fehlt der EU derzeit fast ein Viertel der Aluminium-Importe. Der größte Verbraucher dieses Werkstoffs in Deutschland ist die Automobilindustrie. Konzernchef Källenius räumte ein: „Es ist zu früh einzuschätzen, welche Auswirkungen der Konflikt haben wird.“

Das BEV-Segment lieferte indes einen positiven Akzent. Der Absatz vollelektrischer Fahrzeuge wuchs um 8,7 Prozent auf rund 44.000 Einheiten — getragen vor allem von der europäischen Nachfrage.

Prognose hält, Kurs nicht

Finanzvorstand Harald Wilhelm bekräftigte nach den Zahlen, der Konzern liege „auf Kurs, unsere Jahresprognose zu erreichen“. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi bestätigte die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 70 Euro und lobte den soliden Start ins Jahr.

Am Berichtstag legte die Aktie zunächst rund 2,6 Prozent zu. Seitdem hat sie diesen Aufschlag wieder abgegeben: Aktuell notiert Mercedes-Benz bei 48,45 Euro — ein Minus von über 21 Prozent seit Jahresbeginn und nahe dem 52-Wochen-Tief. Das laufende Aktienrückkaufprogramm mit einem verbleibenden Volumen von bis zu 1,7 Milliarden Euro für 2026 signalisiert, dass das Management den Kurs für deutlich zu niedrig hält. Ob der Markt dieser Einschätzung folgt, hängt wesentlich davon ab, wie schnell die China-Wende gelingt und ob der Aluminium-Engpass die Produktion tatsächlich trifft.

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