Mercedes-Benz: USA-Verkäufe um 22 Prozent gestiegen

Mercedes-Benz verzeichnet im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Absatzrückgang in China, während die USA und Europa zulegen. Die operative Marge steht im Fokus.

Felix Baarz ·
Mercedes-Benz Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Weltweiter Pkw-Absatz sinkt um sechs Prozent
  • China-Einbruch von 27 Prozent belastet
  • SUV-Wachstum in den USA von 22 Prozent
  • BEV-Verkäufe steigen um elf Prozent

Heute ist der Tag der Wahrheit für Mercedes-Benz. Am 29. April legt der Konzern seine vollständigen Q1-Zahlen vor — und das Umfeld ist alles andere als komfortabel. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 20 Prozent verloren und notiert knapp über ihrem 52-Wochen-Tief.

China bricht ein, der Westen hält dagegen

Die Vorabdaten zum Absatz zeichnen ein gespaltenes Bild. Weltweit verkaufte Mercedes-Benz im ersten Quartal rund 419.400 Pkw — ein Rückgang von 6 Prozent. Fast der gesamte Rückgang geht auf einen einzigen Markt zurück: China, wo die Absätze um 27 Prozent einbrachen.

Der Konzern erklärt das mit aktiver Vertriebssteuerung und dem Auslaufen von Modellen vor anstehenden Generationswechseln. 2026 sei in China ein Übergangsjahr. Im Premiumsegment oberhalb von einer Million Renminbi behauptet Mercedes seine Marktführerschaft.

Der Westen liefert ein anderes Bild. In den USA wuchsen die Auslieferungen kräftig — SUV-Modelle wie GLC, GLE und GLS legten um mehr als 22 Prozent zu. In Europa trieb der neue batterieelektrische CLA das E-Auto-Wachstum um 34 Prozent an. Auf Konzernebene stiegen die BEV-Verkäufe um 11 Prozent auf rund 50.400 Einheiten.

Peking als strategisches Gegengewicht

Parallel zur Zahlenvorlage demonstrierte Mercedes auf der Auto China 2026 seine Ambitionen für den schwächelnden Markt. Der Konzern zeigte vier Produktneuheiten — darunter den vollelektrischen GLC L, ein China-exklusives Langradstand-SUV mit 310 kW, 800-Nm-Drehmoment und einer CLTC-Reichweite von über 700 Kilometern.

Das lokale Modellportfolio soll bis 2027 von 14 auf 20 Modelle wachsen, sieben davon China-exklusiv. Das Werk in Peking hat zuletzt sein sechsmillionstes Fahrzeug produziert. Die Botschaft ist klar: Mercedes zieht sich nicht aus China zurück — es baut um.

Margen unter Druck

Die zentrale Frage für den heutigen Berichtstag ist, wie stark das China-Loch die Marge trifft. Im Q1 2025 lag das Konzern-EBIT bei 2,3 Milliarden Euro, der Free Cash Flow des Industriegeschäfts bei 2,4 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Konzern ein EBIT deutlich über Vorjahr — hat das mittelfristige Margenziel für das Cars-Segment aber bereits auf 8 bis 10 Prozent gesenkt, von zuvor 10 Prozent. Als Begründung nennt das Management anhaltende Zollbelastungen. Sollte die aktuelle Handelspolitik bestehen bleiben, rechnet der Konzern mit negativen Auswirkungen auf EBIT, Free Cash Flow und Umsatzrenditen.

Finanzvorstand Harald Wilhelm wird die Zahlen heute präsentieren und anschließend Fragen beantworten. Wie tief der China-Einbruch die operative Marge gedrückt hat, zeigt sich dann in wenigen Stunden.

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