Die Aktie des Darmstädter Pharma-Riesen kommt seit Monaten nicht vom Fleck und hat Anlegern in diesem Jahr wenig Freude bereitet. Doch im Hintergrund bringen sich die mächtigsten Akteure der Finanzwelt in Stellung. Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock hat seine Position signifikant ausgebaut und sendet damit ein klares Signal. Wetten die Profis hier auf eine baldige Trendwende oder ist das nur eine Absicherung?
Wette der Profis
Während Privatanleger angesichts der monatelangen Seitwärtsbewegung nervös werden, greift das „Smart Money“ zu. Wie aus einer aktuellen Stimmrechtsmitteilung hervorgeht, hat der US-Vermögensverwalter BlackRock seine Beteiligung an der Merck KGaA weiter aufgestockt.
Seit dem 24. November hält der Finanzgigant nun 7,11 Prozent der Stimmrechte. Das entspricht mehr als 9 Millionen Anteilen. Ein solcher Ausbau der Position durch einen derart gewichtigen Investor wird an der Börse selten ignoriert. Er deutet darauf hin, dass institutionelle Adressen die aktuelle Bewertung als attraktiv einstufen und langfristig an die Substanz des diversifizierten Konzerns glauben.
Hoffnungsträger aus der Pipeline
Doch nicht nur auf der Kapitalseite gibt es Bewegung, auch operativ meldet sich der Konzern zurück. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Wirkstoffkandidaten Cladribin den begehrten „Fast-Track-Status“ erteilt.
Dies ist mehr als nur eine bürokratische Randnotiz: Es geht um die Behandlung der generalisierten Myasthenia gravis (gMG), einer schweren Autoimmunerkrankung. Cladribin könnte die erste orale Therapieoption für diese Patienten werden. Der beschleunigte Zulassungsprozess ist ein strategisch wichtiger Schritt, um die Abhängigkeit von älteren Blockbustern zu verringern und das Portfolio im Bereich Neurologie und Immunologie zukunftsfähig zu machen.
Unterstützt wird die Forschungsoffensive durch neue technologische Infrastruktur: In München wurde diese Woche ein neuer KI-Supercomputer in Betrieb genommen, der die Wirkstoffentwicklung massiv beschleunigen soll.
Die Faktenlage im Überblick:
- Großeinkauf: BlackRock erhöht Stimmrechtsanteile auf über 7 Prozent.
- Regulatorischer Turbo: FDA gewährt Fast-Track-Status für Cladribin.
- Fundament: Solides organisches Wachstum im dritten Quartal bestätigt.
- Infrastruktur: Start eines neuen Hochleistungsrechners für F&E.
Bodenbildung oder Falle?
Trotz dieser fundamentalen Lichtblicke spiegelt der Kurs die operative Zuversicht noch nicht wider. Die Aktie kämpft sichtlich mit einer Bodenbildung. Am Freitag ging das Papier bei 116,00 Euro aus dem Handel, was einem minimalen Plus von 0,13 Prozent entspricht.
Ein Blick auf das Gesamtjahr zeigt jedoch die ganze Dramatik: Seit Jahresanfang haben die Papiere 17,02 Prozent an Wert eingebüßt. Der technische Indikator RSI (Relative Strength Index) notiert aktuell bei extrem tiefen 22,6, was auf eine stark überverkaufte Situation hindeutet.
Marktbeobachter werten das Ausbleiben weiterer massiver Abverkäufe in Kombination mit dem institutionellen Einstieg als erstes Indiz für eine Stabilisierung. Ob die charttechnische Unterstützung hält und die FDA-Fantasie eingepreist wird, müssen die nächsten Handelstage zeigen. Die Diskrepanz zwischen operativem Fortschritt und Börsenkurs wird jedenfalls immer offensichtlicher.
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