Meta Aktie: 29 Bundesstaaten verklagen Konzern

Der Prozess um Jugendschutzverstöße gegen Meta beginnt mit schweren Vorwürfen und Milliardenforderungen. Die Aktie verliert weiter an Wert.

Andreas Sommer ·
Meta Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Prozessstart mit 29 Bundesstaaten
  • Forderungen bis zu 1,4 Billionen Dollar
  • Belastende Aussage von Ex-Ingenieur
  • Aktie fällt auf 471 Euro

Der Prozess gegen Meta wegen Jugendschutzverstößen hat am Dienstag in Oakland begonnen und zieht die Aktie weiter nach unten. Der Kurs notiert bei 471,35 Euro, nach einem Rückgang von 14 Prozent binnen 30 Tagen und einem Minus von 30 Prozent gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 672,70 Euro aus dem September. Der RSI von 36,6 signalisiert eine überverkaufte Aktie, die kaum vier Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief vom März notiert.

29 Bundesstaaten fordern Milliarden

29 US-Bundesstaaten werfen Meta vor, mit dem gezielten Design von Facebook und Instagram Kinder süchtig gemacht, ihre Daten unter 13 Jahren ohne Zustimmung gesammelt und gegen Verbraucherschutzrecht verstoßen zu haben.

Angeführt wird die Klage von vier Staaten – Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey. Der Prozess soll laut Berichterstattung der Nachrichtenagentur AP rund sechs Wochen dauern, Meta-Chef Mark Zuckerberg wird als Zeuge erwartet.

Die Schadenssummen liegen weit auseinander: Meta selbst warnt vor einer möglichen Belastung von bis zu 1,4 Billionen Dollar, sollte das Gericht in vollem Umfang zugunsten der Kläger entscheiden.

Die Staaten selbst beziffern ihre Forderung dagegen auf etwa 200 Milliarden Dollar – eine Größenordnung, die laut der Denkfabrik The Conversation an den Tabakvergleich von 1998 über 206 Milliarden Dollar erinnert. Ein Gericht in New Mexico hatte Meta bereits in einem früheren Verfahren zu 567 Millionen Dollar verurteilt.

Belastende Zeugenaussage eines Ex-Ingenieurs

Zur Kernbelastung wurde am Donnerstag die Aussage von Arturo Béjar, einem früheren Engineering Director bei Meta. Er sagte aus, Instagram habe bei Nutzern unter 13 Jahren eine „Don’t ask, don’t tell“-Haltung verfolgt, Sicherheit sei ein „Nachgedanke“ gewesen.

Béjar zufolge fand das Unternehmen intern „Zehntausende“ Kinder unter 13 Jahren auf der Plattform, ohne konsequent zu handeln. Die von Meta beworbene „Take a Break“-Funktion sei „darauf ausgelegt gewesen zu scheitern“, so der Zeuge. Vor dem Gerichtsgebäude protestierten Eltern verstorbener Kinder.

Meta weist die Vorwürfe zurück und verweist auf eigene Sicherheitsmaßnahmen, darunter Teen Accounts und die Deaktivierung von einer Million Konten mutmaßlich unter 13-Jähriger.

Ein interner Whistleblower-Bericht vom vergangenen September kam laut der Zeitung Northwest Arkansas Democrat-Gazette hingegen zu dem Schluss, dass 60 Prozent von 47 untersuchten Instagram-Sicherheitsfunktionen für Teenager unzureichend seien. Meta nennt diesen Bericht irreführend.

Globale Ausstrahlung und finanzieller Druck

Der Fall hat über die USA hinaus Gewicht. Die EU-Kommission verschärft parallel ihre Untersuchung wegen mutmaßlich suchtfördernden Produktdesigns bei Facebook und Instagram; im Raum stehen Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Kanada hat mit dem Bill C-34 einen Gesetzentwurf eingebracht, der Nutzer unter 16 Jahren von sozialen Medien fernhalten soll. Ein Urteil in Oakland könnte laut der Denkfabrik The Conversation ein globales Redesign von Facebook und Instagram erzwingen.

Der Rechtsstreit trifft Meta in einer finanziell angespannten Phase. Für 2026 plant der Konzern Investitionsausgaben von 139 Milliarden Dollar, die bis 2028 auf 212 Milliarden Dollar steigen sollen.

Bei einem KGV unter 15 bewertet der Markt die Aktie inzwischen deutlich vorsichtiger als noch vor Monaten – der Abstand von knapp neun Prozent zum 50-Tage-Durchschnitt von 517,47 Euro zeigt, wie sehr die jüngste Entwicklung die kurzfristige Erholung belastet.

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Meta Aktie

473,85 EUR

+ 6,35 EUR +1,36 %
KGV 20,49
KUV 6,64
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite 0,39 %
Marktkapitalisierung 1,39 Bio. EUR
Ø Kursziel 768,58 USD
ISIN: US30303M1027 WKN: A1JWVX

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