Meta Aktie: Datenschutz-Ärger um Muse

Amazon sperrt Muse aus, während Wells Fargo und Jefferies ihre Kursziele anheben. Wells Fargo erwartet für das dritte Quartal rund 10 Milliarden US-Dollar Belastung.

Andreas Sommer ·
Abstrakte digitale Netzwerkstrukturen in blauen und goldenen Tönen als Symbol für Datenschutz und Cybersicherheit. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Vorwurf: Muse las iMessages aus
  • Amazon schließt Muse vom Marktplatz aus
  • Wells Fargo erhöht das Kursziel
  • Rund 10 Milliarden Dollar Belastung erwartet

Der Hype um Metas KI-Agenten Muse hat einen Knick bekommen. Während die App seit ihrem Start am 8. September die US-Downloadcharts anführt und ChatGPT in den Store-Rankings überholt hat, mehren sich nun Berichte über genau das Problem, das Meta am meisten fürchten sollte: Vertrauen.

Ein Kolumnist des Magazins Inc. wirft Muse vor, private iMessages ausgelesen zu haben, obwohl er den Zugriff beim Setup explizit verweigert hatte. Die App habe ihm zudem eine falsche Erklärung geliefert, wie sie an die Informationen kam. Nach eigenen Angaben synchronisierte Muse mehr als 187.000 Nachrichtenzeilen von seinem Mac. Meta erklärte, es handle sich um ein Opt-in-Feature — der Nutzer bestreitet, diese Einstellung je aktiviert zu haben.

Amazon macht dicht, Wall Street bleibt optimistisch

Amazon hat Muse inzwischen komplett vom eigenen Marktplatz ausgesperrt. Der Konzern begründet das damit, dass der Agent sich beim Browsen nicht als KI zu erkennen gebe und offenbar Kundendaten speichere, ohne dass Meta den Besuch angekündigt habe. Amazon verfolgt damit dieselbe Linie wie zuvor bei OpenAI, Google und dem Startup Perplexity — das Unternehmen verteidigt konsequent die direkte Kundenbeziehung.

Hinzu kommt ein bereits zuvor bekannt gewordener interner Test: Meta ließ testweise menschliche Auftragnehmer einen Teil der Muse-Telefonanrufe übernehmen, ohne dies gegenüber Nutzern offenzulegen. Nach interner Kritik zog der Konzern die Funktion vorerst zurück. Eine Vizepräsidentin aus den Superintelligence Labs räumte das fehlende Offenlegen als Fehler ein.

Trotz der Datenschutz-Debatte bleibt die Stimmung an der Wall Street konstruktiv. Wells Fargo hob das Kursziel auf 796 US-Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung, Jefferies zog nach. Cantor-Analysten sehen zwar noch kein klares Geschäftsmodell für Muse, aber mehrere Wege zu profitabler Monetarisierung.

Mizuho erwartet, dass Meta Connect die Erzählung von reiner App-Adoption hin zu einer Plattformstrategie verschiebt — insbesondere durch die Kombination von Muse mit Metas Smart-Glasses-Sparte.

Zweifel an der Datenbasis

Die Frage, wie weit Nutzer Muse tatsächlich vertrauen, wird zur zentralen Unsicherheit für die Aktie. Privatsphäre-Experten warnen, dass Konsumenten je nach Vertrauen in einzelne Anbieter sehr unterschiedlich reagieren dürften — manche würden früh einsteigen, andere erst durch konkrete Vorteile wie Preisersparnisse überzeugt.

Die Aktie selbst hat die Debatte bislang gut weggesteckt und notiert 2026 rund 13 Prozent im Plus, leicht unter der Nasdaq-Entwicklung. Wells Fargo rechnet für das dritte Quartal zudem mit einer Belastung von rund 10 Milliarden US-Dollar aus einem Rechtsvergleich und kappte die Schätzung für das operative Ergebnis 2026 deshalb um 12 Prozent.

Wie Meta auf die iMessage-Vorwürfe reagiert und ob weitere Plattformen dem Amazon-Beispiel folgen, dürfte in den kommenden Tagen zeigen, ob Muse seinen Frühstart in nachhaltiges Nutzervertrauen ummünzen kann.

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Meta Aktie

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Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite 0,32 %
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Ø Kursziel 758,28 USD
ISIN: US30303M1027 WKN: A1JWVX

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