Meta Aktie: Führungskrise eskaliert

Meta wird von einem internen Machtkampf um die KI-Strategie erschüttert, während die Reality-Labs-Division weiterhin Milliardenverluste schreibt und ein wichtiges KI-Modell verschoben wird.

Eduard Altmann ·
Meta Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Offener Führungsstreit um KI-Strategie und Budget
  • KI-Modell Avocado auf 2026 verschoben
  • Reality Labs mit 13 Mrd. Dollar Verlust
  • Zinssenkung überlagert von operativen Risiken

Meta steht unter Druck. Während die Fed mit ihrer Zinssenkung um 25 Basispunkte am 10. Dezember den Tech-Sektor entlastet, kämpft der Konzern intern mit massiven Führungskonflikten. Im Zentrum: Ein Milliarden-Poker um die KI-Strategie, der die Führungsebene spaltet.

Machtkampf um KI-Milliarden

Laut einem Bericht der New York Times vom 10. Dezember ist ein offener Machtkampf im Führungsteam ausgebrochen. Alexandr Wang, seit Juni 2025 als Chief AI Officer an Bord, fordert eine aggressive Ausrichtung auf Artificial General Intelligence (AGI). Sein Ziel: Meta soll direkt mit OpenAI und Google um die technologische Vorherrschaft konkurrieren.

Die Gegenseite: Chris Cox (Chief Product Officer) und Andrew Bosworth (Chief Technology Officer) wollen KI-Ressourcen lieber in bestehende Geschäftsbereiche wie Werbung und Social Media fließen lassen – dort, wo Meta heute Geld verdient. Der Konflikt ist längst kein akademischer Streit mehr. Wang soll sich ein Budget von rund 2 Milliarden Dollar gesichert haben, das ursprünglich für andere Bereiche vorgesehen war.

„Avocado“-Modell verschoben

Parallel dazu hat Meta die Veröffentlichung seines neuen KI-Modells „Avocado“ auf das Frühjahr 2026 verschoben. Ursprünglich war der Launch für Ende 2025 geplant. Als Gründe nennt das Unternehmen „Trainingsprobleme“ und die strategische Neuausrichtung weg von Open Source hin zu einem proprietären System.

Die Verzögerung ist ein Rückschlag. Während Meta intern neu justiert, bauen Wettbewerber ihre Positionen aus. Der Strategiewechsel weg von der bisherigen „Llama“-Open-Source-Linie markiert zudem eine grundlegende Neuausrichtung.

Reality Labs: 13 Milliarden Dollar Verlust in neun Monaten

Noch drückender wiegt die Kostenlast der Reality Labs Division:

  • Q1 2025: 4,20 Milliarden Dollar Verlust
  • Q2 2025: 4,53 Milliarden Dollar Verlust
  • Q3 2025: 4,40 Milliarden Dollar Verlust
  • Gesamt (9 Monate 2025): 13,13 Milliarden Dollar Verlust

Seit Ende 2020 summieren sich die Verluste im Metaverse-Bereich auf 70 bis 73 Milliarden Dollar. Zwar plant Meta für 2026 Budgetkürzungen von bis zu 30 Prozent in dieser Sparte. Die operative Marge bleibt aber weiter unter Druck, solange nennenswerte Umsätze ausbleiben.

Zwiespältige Ausgangslage

Die Zinssenkung der Fed senkt die Kapitalkosten – theoretisch ein Vorteil für wachstumsorientierte Tech-Titel. Doch bei Meta überlagern operative Risiken diesen Makro-Rückenwind. Die interne Führungskrise und die Projektverzögerungen werfen die Frage auf, ob die angekündigten Sparmaßnahmen 2026 und der verspätete Launch von „Avocado“ ausreichen, um die Kapitaleffizienz zu stabilisieren.

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Meta Aktie

495,40 EUR

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KGV 20,00
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite 0,39 %
Marktkapitalisierung 1,40 Bio. EUR
ISIN: US30303M1027 WKN: A1JWVX

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