Meta Aktie: Hyperion wächst auf 5 Gigawatt

Meta baut Rechenzentrum Hyperion massiv aus und erwägt Cloud-Vermietung. Analysten uneins vor Quartalszahlen, regulatorische Risiken bestehen.

Felix Baarz ·
Meta Aktie

Kurz zusammengefasst

  • 50-Milliarden-Ausbau des Rechenzentrums Hyperion
  • Cloud-Vermietung als neue Einnahmequelle geplant
  • KI-Bildgenerator Muse Image gestartet
  • Analysten uneins über Aktienkursentwicklung

Meta Platforms treibt seine Investitionen in Rechenzentren auf ein neues Niveau und sucht zugleich nach Wegen, die daraus resultierenden Kosten zu refinanzieren. Im Zentrum steht der Ausbau des Rechenzentrums Hyperion in Louisiana, dessen Kapazität von ursprünglich 2 auf 5 Gigawatt steigen soll. Die Investition summiert sich Berichten zufolge auf mehr als 50 Milliarden US-Dollar, gebaut wird bereits seit Dezember 2024. Parallel dazu prüft der Konzern, überschüssige Rechenkapazität künftig über eine eigene Cloud-Sparte an Dritte zu vermieten – ein Modell, das an die Vereinbarungen von SpaceX mit Anthropic und Google erinnert.

Capex-Explosion und die Suche nach Gegenfinanzierung

Meta hatte seine Investitionsausgaben für 2025 bereits auf 72,2 Milliarden US-Dollar getrieben. Für 2026 hebt der Konzern die Prognose weiter an: Zwischen 125 und 145 Milliarden US-Dollar sollen allein in Sachanlagen fließen, unter Einbezug weiterer Ausgabenposten könnten sich die Gesamtkosten des Jahres auf 162 bis 169 Milliarden US-Dollar belaufen. Genau diese Größenordnung nährt die Debatte, ob sich der KI-Kapitalaufwand rechnet. Die Idee, freie Serverkapazität zu vermieten, soll dieses Risiko abfedern – Konkurrenten wie Amazon, Microsoft, Google und CoreWeave sind in diesem Geschäft bereits aktiv, wobei CoreWeave ausgerechnet durch Metas Cloud-Ambitionen um bestehende Verträge fürchten muss.

Zur Diversifizierung der Erlösquellen passt auch der am 7. Juli gestartete KI-Bildgenerator Muse Image, der sowohl das Werbegeschäft als auch das Abonnement-Segment stärken soll. Die sogenannten „Other Revenues“ legten 2025 bereits um die Hälfte auf 2,58 Milliarden US-Dollar zu, nach 1,72 Milliarden im Jahr zuvor. Ergänzend startet am 1. August die Abrechnung für den Meta Business Agent auf WhatsApp, Instagram und Messenger mit 2,00 US-Dollar pro Million Tokens – nach BNP-Paribas-Schätzungen könnte daraus bis 2028 ein Zusatzumsatz von 13,5 Milliarden US-Dollar entstehen.

Analysten uneins vor den Zahlen am 29. Juli

Die nächste Bewährungsprobe folgt am 29. Juli mit den Quartalszahlen. Im ersten Quartal 2026 hatte Meta den Umsatz um 33 Prozent auf 56,3 Milliarden US-Dollar gesteigert, für das zweite Quartal stellt der Konzern eine Spanne von 58 bis 61 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Die Analystenlager sind uneinheitlich: Barchart beziffert das durchschnittliche Kursziel im Rahmen einer Strong-Buy-Einstufung auf 823,50 US-Dollar, während MarketBeat einen Konsens von „Moderate Buy“ mit einem mittleren Kursziel von 830,45 US-Dollar ausweist. Bernstein sieht die Aktie mit „Outperform“ bei 850 US-Dollar, Wedbush bleibt mit einem neutralen Votum und einem Ziel von 671 US-Dollar deutlich vorsichtiger. Andere Schätzungen reichen bis 862,25 US-Dollar.

Stellenabbau-Spekulationen und regulatorischer Gegenwind

Belastend wirkte im Frühjahr ein Bericht über einen möglichen Stellenabbau von bis zu 20 Prozent der Belegschaft, umgerechnet rund 15.800 Stellen. Die Aktie reagierte damals mit einem Rückgang von 3,8 Prozent, bevor sie sich wieder erholte. Analysten von JPMorgan und BofA taxierten mögliche jährliche Einsparungen auf 5 bis 8 Milliarden US-Dollar, Meta selbst bezeichnete den Bericht als spekulativ, ohne ihn zu dementieren.

Zusätzlichen Gegenwind liefert die Regulierung: Die EU-Kommission stellte am 10. Juli vorläufig fest, dass Instagram und Facebook mit süchtig machendem Design gegen den Digital Services Act verstoßen – konkret geht es um Autoplay, endloses Scrollen und personalisierte Empfehlungssysteme. Bestätigt sich der Befund, drohen Strafen von bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes; das Verfahren läuft bereits seit Mai 2024, Meta weist die Vorwürfe zurück. Hinzu kommt eine im Juli in Oakland eingereichte Klage von 26 ehemaligen Beschäftigten, die dem Konzern vorwerfen, KI-Systeme wie Metamate hätten bei den im Mai angekündigten Stellenstreichungen gezielt Mitarbeitende in Eltern- oder Krankheitsauszeit benachteiligt. Die betroffenen Trennungen sollen ab dem 22. Juli wirksam werden, Meta bestreitet die Vorwürfe und verweist darauf, Entscheidungen würden von Menschen getroffen.

Kursbild bleibt volatil

An der Börse zeigt sich die Gemengelage aus Wachstumsfantasie und Kostendruck deutlich. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 579,10 Euro und liegt damit 14,56 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 17,37 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass der Markt die milliardenschweren KI-Investitionen trotz aller Rechtsstreitigkeiten und regulatorischen Risiken zuletzt eher goutiert hat.

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Meta Aktie

570,60 EUR

– 8,50 EUR -1,47 %
KGV 23,86
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite 0,32 %
Marktkapitalisierung 1,68 Bio. EUR
ISIN: US30303M1027 WKN: A1JWVX

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