Meta sortiert sein Zukunftsportfolio neu: Kürzungen im Metaverse-Bereich, Milliardenpläne für KI-Infrastruktur und ein langfristiger Einstieg in die nukleare Energieversorgung. Im Vorfeld der anstehenden Quartalszahlen ringen Anleger darum, wie dieser Kurswechsel zu bewerten ist.
- Aktie rund 22 % unter 52‑Wochen-Hoch
- Über 1.000 Stellenstreichungen bei Reality Labs
- Nuklearverträge bis zu 6,6 GW Leistung bis 2035
- Analystenziele deutlich über aktuellem Kurs
- Q4- und Jahreszahlen 2025 stehen in knapp zwei Wochen an
Umbau bei Reality Labs
Meta hat in der vergangenen Woche mit dem Abbau von mehr als 1.000 Stellen in der Sparte Reality Labs begonnen. Nach einem internen Beitrag von CTO Andrew Bosworth, über den Bloomberg berichtete, entspricht das etwa 10 % der rund 15.000 Mitarbeitenden in diesem Bereich.
Betroffen sind vor allem Teams, die an VR-Headsets und virtuellen sozialen Netzwerken arbeiten – also genau an jenen Metaverse-Produkten, die Mark Zuckerberg seit 2020 stark priorisiert hatte. Reality Labs hat seitdem laut Reuters mehr als 60 Milliarden US-Dollar verschlungen, ohne bislang nennenswerte finanzielle Erträge zu liefern.
Im Zuge der Neuordnung verlagert Meta Ressourcen hin zu KI-Wearables und Smartphone-integrierten KI-Funktionen. Im Fokus stehen Produkte mit erkennbarer Marktdurchdringung, etwa die gemeinsam mit EssilorLuxottica entwickelten Ray-Ban-Smartbrillen. Bosworth berief für Mittwoch eine Präsenzversammlung ein, um den Schritt intern zu erläutern.
Langfristige Nuklear-Deals für KI-Strom
Parallel treibt Meta den Ausbau seiner Energieversorgung für KI-Rechenzentren voran. Am 9. Januar gab das Unternehmen Vereinbarungen mit Oklo, Vistra und TerraPower bekannt, die bis 2035 bis zu 6,6 GW nukleare Erzeugungskapazität sichern sollen.
Die Vereinbarungen im Überblick
- Vistra: Stromabnahmeverträge über 20 Jahre für mehr als 2,1 GW aus drei bestehenden Kernkraftwerken (Beaver Valley in Pennsylvania, Perry und Davis-Besse in Ohio), inklusive geplanter Leistungserhöhungen.
- Oklo: Partnerschaft zum Aufbau eines 1,2-GW-Energiecampus im Pike County, Ohio. Geplant sind bis zu 16 Aurora-Reaktoren, die erste Ausbaustufe ist für 2030 angepeilt.
- TerraPower: Finanzielle Unterstützung für zwei Natrium-Schnellreaktoren mit je 345 MW und Option auf Strom aus bis zu sechs weiteren Einheiten (insgesamt 2,1 GW) bis 2035.
Diese Zusagen knüpfen an eine Vereinbarung mit Constellation vom Juni 2025 an, die Strom aus dem Clinton Clean Energy Center in Illinois umfasst. Die zusätzliche Kapazität soll in das PJM-Regionalnetz einspeisen und insbesondere das Prometheus-AI-Supercluster in New Albany, Ohio, absichern, das ab 2026 mindestens 1 GW Leistung benötigen dürfte.
Analysten bleiben zuversichtlich
Trotz der jüngsten Kursverluste bleibt die Analystenstimmung überwiegend positiv.
Wells Fargo
Wells Fargo senkte am 12. Januar das Kursziel leicht von 802 auf 795 US-Dollar, bestätigte aber die Einstufung „Overweight“. Die Anpassung wird als „Bewertungs-Reset“ und nicht als Reaktion auf eine Verschlechterung der Fundamentaldaten bezeichnet. Für 2026 erwartet die Bank einen Gewinn je Aktie von 31 bis 32 US-Dollar und rechnet mit einem Wachstumsimpuls durch die nächste Llama-Generation im ersten Halbjahr 2026.
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Mizuho
Mizuho-Analyst Lloyd Walmsley stufte Meta am 18. Januar als eine Top-Idee für 2026 ein, beließ es bei einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 815 US-Dollar. Er verweist auf steigende Werbe-ROIs, positive Erwartungen an Meta Business AI und zusätzliche Potenziale bei der Monetarisierung von WhatsApp.
Laut Daten von public.com liegt das durchschnittliche Analystenziel bei 832,05 US-Dollar. Insgesamt 40 Analysten decken die Aktie ab, 53 % davon mit „Strong Buy“ und 43 % mit „Buy“.
Q4-Zahlen rücken näher
Meta will die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 nach Börsenschluss am Mittwoch, 28. Januar, vorlegen. Die Telefonkonferenz ist für 16:30 Uhr US-Ostküstenzeit angesetzt.
Wichtige Kennziffern im Vorfeld:
- Gewinn je Aktie (Konsens): 8,29 US-Dollar für Q4 (nach 8,02 US-Dollar im Vorjahresquartal)
- Umsatzdynamik: In den ersten neun Monaten 2025 meldete Meta ein Umsatzwachstum von 26 % im Jahresvergleich
- Investitionsausblick: Für 2025 werden Kapitalausgaben von rund 71 Milliarden US-Dollar erwartet; das Management stellt für 2026 ein „deutlich höheres“ Niveau in Aussicht
Marktumfeld und Bewertung
Die Aktie ist vom 52‑Wochen-Hoch bei 796,25 US-Dollar auf aktuell etwa 620 US-Dollar zurückgekommen. Trefis-Analysten sehen im Bereich von 589 bis 651 US-Dollar eine technische Unterstützungszone. Auf Basis der erwarteten Gewinne wird das Papier mit einem Forward-KGV von rund 21 gehandelt und liegt damit unter dem Durchschnitt des breiten Technologiesektors.
Die Kursbewegung der vergangenen Woche spiegelt die Unsicherheit darüber wider, wie der Markt den Spagat zwischen stark steigenden KI-Investitionen und dem Rückzug aus bislang unrentablen Metaverse-Projekten einordnet.
Ausblick auf die nächsten Wochen
Der Zahlenbericht am 28. Januar wird zum Prüfstein für Metas strategische Neuausrichtung. Im Fokus stehen dann vor allem:
- Konkretisierung der Investitionspläne für 2026, insbesondere für KI-Infrastruktur
- Fortschrittsberichte zur Llama-Modellentwicklung und deren Markteinführung
- Nachweise, dass KI-gestützte Verbesserungen im Werbegeschäft zu einer Beschleunigung des Umsatzwachstums führen
Die langfristigen Nuklearverträge unterstreichen den hohen Stellenwert von KI in Metas Planung, während der Umbau bei Reality Labs auf strengere Kapitaldisziplin hindeutet. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen diesen Kurs in den kommenden Quartalen operativ mit den erwarteten Ergebnissen untermauert.
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