Meta Aktie: Zuckerbergs teurer KI-Wettlauf
Meta prüft milliardenschwere Aktienausgabe für KI-Infrastruktur. Trotz Kursverlusten sieht Morgan Stanley weiteres Potenzial.

Kurz zusammengefasst
- Meta-Aktie fällt um 5,5 Prozent
- Milliardenschwere Aktienausgabe für KI geplant
- Investitionsrahmen auf 145 Milliarden Dollar erhöht
- Morgan Stanley hält Meta für Top-Pick
Ein Bericht über geplante Aktienverkäufe in Milliardenhöhe hat die Meta-Aktie am Freitag auf Talfahrt geschickt. Wer geglaubt hatte, das Papier würde der Gewinnmitnahmen-Welle im US-Tech-Sektor standhalten, sah sich getäuscht: Am Ende stand ein Minus von 5,5 Prozent auf 593,00 Dollar.
Ausgelöst wurde der Kursrückgang durch Berichte, wonach Meta eine umfangreiche Ausgabe neuer Aktien prüft — mit einem Volumen von mehreren zehn Milliarden Dollar. Das Geld soll in den weiteren Aufbau von KI-Infrastruktur fließen. Das Timing trifft auf ein Anlegerumfeld, das nach der jüngsten Warnung von KI-Startup Anthropic vor einem Kontrollverlust bei künstlicher Intelligenz zunehmend skeptisch auf neue Investitionsankündigungen reagiert.
Wachsende Ausgaben, wachsende Sorgen
Dabei hat Meta bereits kräftig in die Tasche gegriffen. 2025 flossen rund 72 Milliarden Dollar in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Ende April hob der Konzern seine Investitionsplanung für das laufende Jahr auf eine Spanne von 125 bis 145 Milliarden Dollar an — nach zuvor 115 bis 135 Milliarden Dollar. Hinzu kommt eine technische Besonderheit: Meta baut Teile seiner neuen Rechenzentren in mobilen Zeltstrukturen, um schnell Kapazitäten bereitzustellen und regulatorische Hürden zu umgehen.
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Parallel dazu hat Alphabet, Googles Mutterkonzern, eine Kapitalerhöhung über 80 Milliarden Dollar angekündigt — eine der größten in der Unternehmensgeschichte, an der sich auch Berkshire Hathaway mit 10 Milliarden Dollar beteiligt. Zuckerbergs Zug folgt also einer Logik, die der gesamte Sektor gerade verfolgt.
Was Morgan Stanley anders sieht
Inmitten der Skepsis sticht Morgan Stanley mit einer klar positiven Einschätzung hervor. Analyst Brian Nowak hält Meta weiterhin für seinen „Top Pick“ und setzt das Kursziel bei 775 Dollar — rund 30 Prozent über dem aktuellen Niveau. Er identifiziert vier Produktbereiche, die bis 2028 jeweils zwischen einem und drei Dollar zum Ergebnis je Aktie beitragen könnten: eine in Meta AI integrierte Suchfunktion mit Milliardenpotenzial, Abo-Modelle für die 3,5 Milliarden täglich aktiven Nutzer, eine KI-getriebene Optimierung der Werbeerlöse sowie die Option, überschüssige Rechenkapazitäten an externe Unternehmenskunden zu vermieten.
Das strukturelle Problem bleibt dennoch sichtbar: Wann und wie sich die massiven KI-Ausgaben in messbarem Ertrag niederschlagen, bleibt offen. Metaplanet notiert auf Jahressicht rund 15 Prozent im Minus und hinkt dem S&P 500 deutlich hinterher. Ob die Kapitalerhöhung tatsächlich kommt und in welchem Umfang, dürfte in den kommenden Wochen konkretisiert werden — und könnte die Stimmung gegenüber dem Papier entscheidend prägen.
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