Metallium Aktie: Zehnjahresvertrag mit Indium Corporation
Metallium erreicht Parallelbetrieb von drei Reaktoren mit hoher Verfügbarkeit, während der Aktienkurs weiter unter Druck steht.

Kurz zusammengefasst
- Drei Reaktoren parallel in Betrieb
- Verfügbarkeit von 83 Prozent erreicht
- Aktie mit 59 Prozent Jahresverlust
- Kapitalpolster und langfristige Verträge
Drei Reaktoren, ein Tag, 83 Prozent Verfügbarkeit — bei Metallium läuft die Technologie besser als der Aktienkurs. Während das Unternehmen am texanischen Gator Point Campus einen wichtigen technischen Schritt geschafft hat, bleibt die Aktie tief in der Verlustzone.
Am Mittwoch stabilisierte sich das Papier bei 0,2320 Euro, ein Minus von 0,94 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Verlust von 59,3 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch aus dem Oktober 2025 bei 0,7850 Euro trennen die Aktie noch immer mehr als 70 Prozent.
Reaktoren laufen parallel
Der Kern der Nachricht liegt nicht im Kurs, sondern in der Fabrik. Im Juni 2026 hat Metallium erstmals drei Flash-Joule-Heating-Reaktoren gleichzeitig betrieben. Die Anlagen erreichten dabei eine Verfügbarkeit von 83 Prozent und liefen während aktiver Phasen nahezu vollständig aus.
Das ist mehr als ein Testlauf. Für ein Unternehmen, das seine Technologie von der Laborskala auf den industriellen Maßstab heben will, ist der Parallelbetrieb mehrerer Reaktoren eine Voraussetzung. Nur wenn viele Einheiten gleichzeitig und zuverlässig laufen, lässt sich der Durchsatz auf mehrere Tonnen Material pro Tag steigern.
Die FJH-Technologie stammt ursprünglich von der Rice University. Sie nutzt extrem schnelle elektrische Pulse, um kritische und Edelmetalle aus Elektroschrott und Mineralkonzentraten zurückzugewinnen. Metallium will damit eine Lücke in der US-Lieferkette für kritische Rohstoffe schließen.
Kapitalpolster und Verträge sichern die Zukunft
Finanziell steht Metallium nach einer größeren Kapitalerhöhung Anfang 2026 solide da. Der Konzern verfügt über eine Pro-forma-Kassenposition von rund 104 Millionen australischen Dollar. Das verschafft dem Unternehmen Spielraum, um den Übergang von der Reaktor-Inbetriebnahme zur dauerhaften Produktion zu finanzieren.
Auf der Abnehmerseite hat sich Metallium bereits abgesichert. Ein Zehnjahresvertrag mit der Indium Corporation sowie eine mehrjährige Liefervereinbarung für Elektroschrott mit Glencore stehen. Das Management plant zudem einen Nasdaq-Börsengang noch in diesem Jahr, um die Präsenz am amerikanischen Kapitalmarkt auszubauen.
Der technische Chart zeichnet dennoch ein angeschlagenes Bild. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 0,2844 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt sogar bei 0,4258 Euro — beide deutlich über dem aktuellen Kurs. Der RSI von 38,9 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain, während die annualisierte Volatilität von 76,49 Prozent die Nervosität rund um das Papier unterstreicht.
Die kommenden Monate dürften zeigen, ob der operative Fortschritt am Gator Point Campus ausreicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Der geplante Nasdaq-Listing-Prozess später in diesem Jahr wird dabei ein zentraler Test für die Marktwahrnehmung des Unternehmens sein.
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