Metaplanet Aktie: Bitcoin-Transfer an Super League geplant
Metaplanet kämpft mit Kritik an Bezugsrechten und MMXX-Verbindung, während Geschäftszahlen wachsen und eine US-Transaktion bevorsteht.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert binnen sieben Tagen zwölf Prozent
- Kritik an Optionspool und MMXX-Verbindung
- Gerovich erhält rund 64 Millionen Aktien
- US-Transaktion für viertes Quartal geplant
Metaplanet kommt nicht zur Ruhe. Nachdem die Aktie binnen zwei Tagen rund 17 Prozent verloren hatte, versucht Firmenchef Simon Gerovich seit Wochenbeginn die Wogen zu glätten – bislang mit überschaubarem Erfolg. Der Schlusskurs vom Donnerstag lag bei 1,38 Euro, nur noch 1,8 Prozent über dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt, während das Papier binnen sieben Tagen weitere 12 Prozent verlor.
Optionspool und MMXX-Verbindung im Zentrum der Kritik
Auslöser der Turbulenzen ist ein Streit um das erweiterte Optionsprogramm der zehnten Serie an Bezugsrechten sowie um Gerovichs Verbindung zu MMXX Ventures, einem Aktionär von Metaplanet. Kritiker bemängeln, dass sich der Optionspool des Managements bei jeder neuen Aktienausgabe zur Finanzierung weiterer Bitcoin-Käufe vergrößert habe, während bestehende Aktionäre verwässert wurden.
Ein Aktionär, der unter dem Namen Bitcoin Pharaoh auftritt, hat errechnet, dass 273 Millionen potenzielle Aktien auf Anpassungen nach dem Pivot des Unternehmens zur Bitcoin-Strategie zurückgehen. Metaplanet selbst hat diese Zahl bislang nicht als offizielle Berechnung übernommen.
Gerovich räumte am 6. September öffentlich ein, das Unternehmen habe die Struktur und Beweggründe des Bezugsrechtsprogramms sowie die Rolle von MMXX Ventures nicht ausreichend erklärt. Er bezeichnete sich als bedeutenden, aber nicht mehrheitlichen Anteilseigner der MMXX-Muttergesellschaft und betonte, keinen Einfluss auf deren Handelsentscheidungen zu haben.
Wie stark er persönlich wirtschaftlich von Aktienverkäufen durch die Einheit profitiert hat, blieb offen – Metaplanet hat dazu bislang keine Details veröffentlicht.
Optionspool gedeckelt, aber Aktienausübung sorgt für neue Verwässerungssorgen
Am 18. August hatte der Vorstand die Bedingungen der zehnten Serie an Bezugsrechten geändert und den Anpassungsmechanismus gestrichen, durch den sich die Zahl der zugrunde liegenden Aktien parallel zur voll verwässerten Gesamtaktienzahl bewegte. Die Zahl der potenziellen Aktien aus den verbleibenden Rechten wurde auf 319.464.000 fixiert. Inhaber der bereits ausgeübten Rechte akzeptierten zudem eine fünfjährige Verkaufssperre bis August 2031.
Dennoch sorgte kurz darauf eine weitere Meldung für Unruhe: Gerovich übte am 28. August 92.000 Bezugsrechte aus und erhielt dafür gut 64 Millionen Stammaktien, womit sein Gesamtbestand auf rund 79,6 Millionen Aktien stieg. Für Anleger, die ohnehin schon an der Verwässerungsfrage zweifeln, ist dieser Schritt ein weiteres Argument für Vorsicht, auch wenn er im Rahmen der zuvor festgelegten Bedingungen erfolgte.
Geschäftszahlen und Expansion in den USA als Gegengewicht
Operativ zeigte Metaplanet zuletzt durchaus Substanz. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres stieg der Konzernumsatz um 251,1 Prozent auf 3.080 Millionen Yen, getragen von den Bitcoin-Aktivitäten und dem Hotelgeschäft. Das operative Ergebnis kletterte um 282,5 Prozent auf 2.267 Millionen Yen, unter dem Strich stand wegen Bewertungsverlusten bei Bitcoin dennoch ein Nettoverlust von 114.493 Millionen Yen.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 16.000 Millionen Yen und einem operativen Gewinn von 11.400 Millionen Yen.
Parallel treibt Metaplanet seine internationale Expansion voran: Über die vollständig kontrollierte US-Tochter Metaplanet Holdings soll das Unternehmen 2.100 Bitcoin im Wert von rund 132,1 Millionen Dollar sowie 2,5 Millionen Dollar in bar in das US-Unternehmen Super League einbringen.
Im Gegenzug erhält Metaplanet 44.859.400 Stammaktien zu drei Dollar je Aktie sowie Vorzugsaktien und Optionsscheine. Super League soll nach Abschluss der für das vierte Quartal 2026 geplanten Transaktion in „Superplanet, Inc.“ umbenannt werden und unter dem Tickersymbol SUPA firmieren – vorbehaltlich der Zustimmung der Super-League-Aktionäre und regulatorischer Freigaben in den USA und Japan.
Für die Aktie bleibt die Gemengelage schwierig: Mit einem Abstand von 66 Prozent zum 52-Wochen-Hoch vom 11. September 2025 und einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 81 Prozent bleibt Metaplanet ein hochspekulatives Papier, dessen Kursverlauf derzeit stärker von Governance-Fragen als von operativen Fortschritten geprägt wird.
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