Micron: 10 Milliarden für Boise-Labor

Micron kündigt 10-Milliarden-Forschungszentrum an und meldet starke Quartalszahlen. Die KI-Nachfrage übersteigt das Angebot laut CEO um 50 Prozent.

Dr. Robert Sasse ·
Hochmoderne Halbleiter-Reinraumumgebung mit Fokus auf komplexe Silizium-Wafer und industrielle Fertigungstechnik. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • 10 Milliarden Dollar für neues Forschungszentrum
  • Umsatz steigt um 346 Prozent
  • KI-Nachfrage übersteigt Angebot um 50 Prozent
  • Insiderverkauf von 14 Millionen Dollar

Micron Technology hat am Donnerstag ein neues Kapitel seiner Wachstumsstrategie aufgeschlagen: Der Speicherchip-Hersteller kündigte ein Forschungszentrum in Boise, Idaho, an, in das über die kommende Dekade 10 Milliarden Dollar fließen sollen. Die Ankündigung fällt in eine Woche, in der die Aktie bereits kräftig zulegte – und in der ein Spitzenmanager Aktien im Wert von mehr als 14 Millionen Dollar verkaufte.

Die „Micron Research Labs“ sollen sich der Erforschung von Speichertechnologien, Architekturen und Verpackungslösungen widmen. Baubeginn ist 2027. CEO Sanjay Mehrotra begründete den Schritt mit der Bedeutung amerikanischer Fertigung für die KI-Ära: „America’s AI future will be built on American-made memory.“

Das Labor ist Teil eines größeren Investitionsprogramms von über 250 Milliarden Dollar für Fertigung und Forschung in den USA, das nach Unternehmensangaben 90.000 Arbeitsplätze schaffen soll. Laut CNBC unterstützen unter anderem Nvidia-Chef Jensen Huang und Apple-Chef Tim Cook das Vorhaben öffentlich.

Nachfrage übersteigt Angebot laut CEO um die Hälfte

Mehrotra erläuterte am Donnerstag bei CNBC, künstliche Intelligenz habe die Logik der traditionell zyklischen Speicherbranche grundlegend verändert. Die Nachfrage von Rechenzentren übertreffe das verfügbare Angebot um rund 50 Prozent. Der Einkauf verschiebe sich zunehmend von reinen Preisausschreibungen hin zu gemeinsamer Produktentwicklung mit Kunden – Micron habe bereits langfristige Fünf-Jahres-Verträge mit 16 Abnehmern abgeschlossen.

Die Geschäftszahlen des jüngsten Quartals untermauern die Dynamik: Der Umsatz stieg im dritten Geschäftsquartal auf 41,46 Milliarden Dollar, ein Plus von rund 346 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 9,30 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 25,11 Dollar und übertraf den Analystenkonsens von etwa 21,39 Dollar deutlich.

Die Bruttomarge kletterte von 38 auf 85 Prozent. Für das laufende vierte Quartal, das am 30. September berichtet wird, stellte Micron eine Gewinnspanne je Aktie von 30 bis 32 Dollar in Aussicht.

Insiderverkauf und geteiltes Analystenbild

Parallel zur Investitionsankündigung verkaufte Sumit Sadana, Micron-Vorstandsmitglied und Chief Business Officer, am Dienstag 15.000 Aktien zu einem durchschnittlichen Kurs von 934,29 Dollar – ein Gesamterlös von rund 14 Millionen Dollar.

Nach der Transaktion hält er noch direkt 191.021 Aktien sowie weitere 18.000 Anteile indirekt über einen GRAT-Treuhandfonds. Bereits Ende Juli hatte CEO Mehrotra 40.000 Aktien im Wert von rund 37,3 Millionen Dollar veräußert.

Unter den Analysten zeichnet sich derweil ein optimistisches, aber nicht einheitliches Bild ab. Der Analyst Gil Luria von D.A. Davidson hob sein Kursziel nach den Quartalszahlen von 1.500 auf 2.000 Dollar an und verweist auf die anhaltend hohe Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory-Chips.

Citi zeigte sich hingegen zurückhaltender und senkte sein Ziel Anfang August auf 1.150 Dollar. UBS rechnet mit einem Anstieg der HBM-Preise von 79 Prozent im Jahresvergleich.

An der Börse notiert die Micron-Aktie aktuell bei 834,40 Euro und damit rund 24 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 1.103,80 Euro, das Ende Juni erreicht wurde.

Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Kursplus von 231 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, wie stark der KI-getriebene Speicherboom die Bewertung des Unternehmens bereits verändert hat, selbst wenn die jüngste Konsolidierung nahe dem 50-Tage-Durchschnitt von 844,96 Euro anhält.

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Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,05 %
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