Micron: 25 Prozent DRAM-Marktanteil laut Counterpoint
Micron gewinnt DRAM-Marktanteile und präsentiert erste PCIe-Gen-6-SSD-Serie. Analysten sehen Kapazitäten bis 2027 ausgebucht, Aktie legt deutlich zu.

Kurz zusammengefasst
- Aktie steigt um 5,49 Prozent
- DRAM-Marktanteil erreicht 25 Prozent
- Erste PCIe-Gen-6-SSD vorgestellt
- Kapazitäten bis 2027 ausgebucht
Micron Technology schafft es, sich vom Ausverkauf der Chip-Branche abzukoppeln. Die Aktie legt am Dienstag um 5,49 Prozent zu und schließt bei 760,70 Euro. Zwei Nachrichten treiben den Kurs: neue Marktanteilsdaten und ein technischer Durchbruch bei Speicherlösungen für Rechenzentren.
Micron holt bei DRAM-Marktanteilen auf
Der wichtigste Auslöser kommt von Counterpoint Research. Die Analysten haben die globalen DRAM-Marktanteile für das zweite Quartal 2026 ausgewertet. Micron kommt demnach auf 25 Prozent der weltweiten DRAM-Umsätze.
Das bringt den Konzern bis auf einen Prozentpunkt an Rivale SK Hynix heran, der 26 Prozent hält. Marktführer bleibt Samsung Electronics mit 39 Prozent. Micron profitiert laut Analysten stark vom KI-Boom: Sowohl klassischer DRAM-Speicher als auch High-Bandwidth-Memory (HBM) sind knapp, die Nachfrage übersteigt seit Monaten das Angebot.
PCIe Gen 6: Erste Massenware am Markt
Neben den Marktanteilsdaten sorgt ein technisches Meilenstein für Aufmerksamkeit. Zusammen mit Microchip Technology hat Micron am Dienstag auf der Future of Memory and Storage Conference 2026 eine komplette PCIe-Gen-6-Speicherarchitektur vorgeführt. Die Lösung kombiniert Microchips Switchtec-Gen-6-PCIe-Switches mit den Micron-9650-NVMe-SSDs.
Die neue Architektur soll die Datenmengen künftiger KI- und Cloud-Workloads bewältigen. Sie verdoppelt die Bandbreite gegenüber dem bisherigen PCIe-5.0-Standard auf 64 GT/s pro Lane und senkt dabei die Latenz. Die Micron 9650 gilt als erste in Serie produzierte PCIe-Gen-6-SSD der Branche.
Kapazitäten bis 2027 ausgebucht
Trotz des Kursdrucks durch den chinesischen Konkurrenten ChangXin Memory Technologies (CXMT) bleibt die Angebotslage im Speichermarkt eng. Branchenkennern zufolge sind die Produktionskapazitäten der drei großen Hersteller Samsung, SK Hynix und Micron bis 2027 praktisch vollständig ausgebucht.
Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass im kommenden Jahr nur 60 bis 70 Prozent der weltweiten DRAM-Nachfrage gedeckt werden können. Diese Knappheit verschafft den etablierten Herstellern erhebliche Preismacht. Micron sichert sich diese Vorteile zunehmend über langfristige Kundenverträge (Strategic Customer Agreements) ab — inzwischen mit sechzehn solcher Vereinbarungen, die künftige Umsätze fest einplanen.
Bewertung bleibt unter Höchstständen
Der Kurssprung bringt die Aktie zurück in Richtung ihres 50-Tage-Durchschnitts von 854,12 Euro, bleibt aber deutlich darunter. Zum 52-Wochen-Hoch von 1.103,80 Euro, erreicht am 25. Juni 2026, fehlen weiterhin gut 31 Prozent.
Der Blick der Anleger richtet sich nun auf den Geschäftsbericht zum vierten Quartal 2026. Die Wall-Street-Konsensschätzung liegt bei einem Gewinn je Aktie von 31,24 US-Dollar und einem Umsatz von rund 50,72 Milliarden US-Dollar. Beide Werte würden gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen massiven Sprung markieren — getragen vom anhaltenden Ausbau der KI-Infrastruktur weltweit.
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