Micron: 6,9-Prozent-Rücksetzer auf 813,80 Euro

Micron verliert nach Rally deutlich, Analysten sehen weiteres Potenzial. US-Richter weist YMTC-Klage ab, Angebotsknappheit stützt langfristige Aussichten.

Dieter Jaworski ·
Abstrakte Darstellung von Halbleiter-Technologie und Mikrochips in einem professionellen, technologischen Umfeld. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Kursrutsch nach Rekordhoch
  • Analysten erhöhen Kursziel
  • YMTC-Klage abgewiesen
  • Angebotsknappheit bis 2027

Micron Technology ist am Dienstag um 6,9 Prozent gefallen und schloss bei 813,80 Euro. Der Rücksetzer kommt nur wenige Handelstage, nachdem der Speicherchip-Hersteller erstmals seit Anfang Juli die Marke von 1.000 Dollar überschritten hatte.

Medienberichten zufolge trieben eine Kursziel-Anhebung sowie eine politische Entscheidung der US-Regierung die Rally: Die Ablehnung chinesischer Hardware durch die Trump-Administration soll die Nachfrage nach US-Speicherchips gestützt haben, parallel zu einer breiteren Aufwärtsbewegung im KI-Speichersegment.

Analysten sehen weiter Potenzial

New Street Research hatte Micron am 14. August auf „Buy“ von „Neutral“ hochgestuft und das Kursziel auf 1.250 Dollar gesetzt. Die Einstufung fällt in den Zeitraum der jüngsten Kursrally und dürfte zu den Auslösern für den Sprung über die 1.000-Dollar-Marke gezählt haben. Nach dem Kurssprung ist der Rückschlag vom Dienstag auch als Gewinnmitnahme nach der starken Bewegung zu lesen – die Aktie bleibt seit Jahresbeginn um 223 Prozent im Plus.

Rechtsstreit mit YMTC vom Tisch

Für Entlastung sorgte zudem eine juristische Entscheidung: Ein US-Richter wies am Freitag eine Klage der chinesischen Yangtze Memory Technologies (YMTC) ab.

Das Unternehmen hatte Micron und die DCI Group beschuldigt, falsche Behauptungen verbreitet zu haben, wonach YMTC-Chips ein Sicherheitsrisiko für die USA darstellten. Die Abweisung nimmt Micron einen Unsicherheitsfaktor, der im Zusammenhang mit dem politisch aufgeladenen Streit um chinesische Speicherhersteller stand.

Angebotsknappheit als struktureller Treiber

Unabhängig von der Kursbewegung der vergangenen Tage bleibt die fundamentale Nachrichtenlage für Micron positiv. Auf dem KeyBanc Capital Markets Technology Leadership Forum erklärte das Unternehmen, dass die Nachfrage aus dem KI-Bereich den Speichermarkt zunehmend verknappe.

Die angespannte Angebotssituation solle bis 2027 und darüber hinaus anhalten, so das Unternehmen. Diese Aussage stützt die These, dass der jüngste Kurseinbruch eher eine kurzfristige Korrektur als eine Trendwende darstellt.

Zuvor hatte bereits eine öffentliche Warnung vor stark steigenden Speicherpreisen durch Elon Musk sowie ein breiterer Ausverkauf im Halbleitersektor infolge steigender Anleiherenditen die Aktie belastet – ein Muster, das sich in der Volatilität der vergangenen Wochen fortsetzt.

Mit einem Abstand von 26 Prozent zum 52-Wochen-Hoch zeigt sich, dass trotz der spektakulären Kursgewinne der vergangenen zwölf Monate weiterhin erhebliche Schwankungsbreite im Papier steckt. Anleger dürften die kommenden Handelstage daher genau beobachten, ob sich der Rücksetzer als Verschnaufpause oder als Beginn einer tieferen Korrektur erweist.

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Micron Technology Aktie

892,60 EUR

+ 18,10 EUR +2,07 %
KGV 22,99
KUV 12,72
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,06 %
Marktkapitalisierung 1,15 Bio. USD
Ø Kursziel 1.513,11 USD
ISIN: US5951121038 WKN: 869020

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