Micron Aktie: 125 Prozent DRAM-Preisanstieg 2026 erwartet
Micron profitiert von massiven DRAM-Preissteigerungen. Analysten sehen Potenzial, warnen aber vor überzogenen Erwartungen.

Kurz zusammengefasst
- DRAM-Preise steigen rasant
- Umsatz verdoppelt sich
- Analysten uneins über Kursziel
- Neue Technologie in USA gestartet
Der Speicherchip-Markt dreht gerade durch — zumindest auf dem Papier. Während Micron-Aktionäre ins lange Wochenende gehen, ist die entscheidende Frage nicht, was das Unternehmen produziert, sondern wie lange die DRAM-Preisrally noch trägt.
Preiszyklus als Kurstreiber
Die Zahlen sprechen für sich. Laut Gartner könnten DRAM-Preise im Jahr 2026 um weitere 125 Prozent steigen — nach einem Anstieg von bereits rund 60 Prozent im vergangenen Quartal. Citi hat daraufhin sein Kursziel für Micron auf 840 Dollar angehoben, mit der Begründung, dass sich DRAM-Preise im nächsten Jahr nahezu verdreifachen könnten.
Das schlägt direkt auf die Gewinnentwicklung durch. Im zweiten Fiskalquartal meldete Micron einen Umsatz von 23,86 Milliarden Dollar — mehr als doppelt so viel wie im Vorquartal. Der nicht-GAAP-Gewinn je Aktie kletterte auf 12,20 Dollar, nach 1,56 Dollar im Vorjahr. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen einen Umsatz von rund 33,5 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 19,15 Dollar.
Kursbewegung nach starkem Lauf
Die Aktie schloss am Freitag bei 647,00 Euro, ein Minus von 1,36 Prozent auf Tagesbasis. Das relativiert sich schnell: Auf Monatssicht steht ein Plus von über 55 Prozent, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um mehr als 140 Prozent verteuert. Das 52-Wochen-Tief lag bei 82,18 Euro — der aktuelle Kurs liegt rund 687 Prozent darüber.
Der RSI von 35,7 zeigt dabei eine technische Abkühlung an, obwohl die Aktie noch deutlich über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 443 Euro notiert. Das Momentum hat sich also verlangsamt, ohne dass der übergeordnete Aufwärtstrend gebrochen wäre.
Analysten uneins über Kursziel
Das Wall-Street-Bild ist gespalten. Von 39 erfassten Analysten vergeben 30 ein Kaufvotum und fünf ein starkes Kaufvotum, nur vier empfehlen Halten. Das durchschnittliche Zwölfmonatsziel liegt allerdings bei 518 Dollar — deutlich unter dem aktuellen Kursniveau. Das Kursziel-Spektrum reicht von 249 bis 1.100 Dollar, was die Unsicherheit über das Ausmaß des Preiszyklus widerspiegelt.
Manassas-Werk als strategischer Anker
Parallel zur Kursdiskussion meldete Micron einen operativen Meilenstein: Im Werk in Manassas, Virginia, hat die Produktion mit der 1-Alpha-DRAM-Technologie begonnen — laut Unternehmen die fortschrittlichste Speichertechnologie, die aktuell in den USA gefertigt wird. Die Chips bedienen Langlebigkeitsmärkte wie Automobil, Verteidigung und Medizintechnik.
Das Investment in Manassas übersteigt zwei Milliarden Dollar und schafft mehr als 3.100 direkte Arbeitsplätze. Bis Ende 2026 soll die qualifizierte Serienproduktion anlaufen, die DDR4-Waferkapazität des Werks soll sich vervierfachen. Das Vorhaben ist Teil eines rund 200 Milliarden Dollar schweren US-Investitionsplans, der auch Standorte in Idaho und New York umfasst.
Technisches Bild: Momentum kühlt ab
Die Aktie notiert weiterhin klar über allen relevanten gleitenden Durchschnitten. Das nächste Aufwärtsziel liegt beim Wochenhoch von rund 780 Dollar, erste Unterstützung bietet der Fünf-Tage-Durchschnitt. Ob der Kurs dieses Niveau halten kann, hängt maßgeblich davon ab, ob die DRAM-Preiserwartungen für 2026 und 2027 durch konkrete Marktdaten bestätigt werden — die nächsten Quartalsergebnisse im Sommer werden dafür der erste echte Prüfstein sein.
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