Micron Aktie: 22 Milliarden Dollar Take-or-Pay-Verträge

Micron sichert sich 22 Milliarden Dollar durch strategische Kundenverträge und meldet Rekordmargen von 84,9 Prozent. Der KI-Speichermarkt bleibt bis 2027 angespannt.

Dieter Jaworski ·
Micron Aktie

Kurz zusammengefasst

  • 16 neue Take-or-Pay-Verträge abgeschlossen
  • Umsatz steigt um 346 Prozent
  • HBM-Kapazität für 2026 ausverkauft
  • Aktie fällt nach Allzeithoch zurück

Micron hat gerade die wohl bedeutendste Woche seiner Unternehmensgeschichte hinter sich. Rekordergebnisse, ein neues Allzeithoch — und dann ein scharfer Rücksetzer. Was bleibt, ist mehr als ein gutes Quartal.

22 Milliarden Dollar als Fundament

Der eigentliche Kern der Quartalsmeldung vom 24. Juni war kein Gewinnrekord. Es war ein Systemwechsel. Micron hat 16 neue strategische Kundenverträge abgeschlossen — sogenannte „Take-or-Pay“-Vereinbarungen mit großen Hyperscalern und KI-Infrastrukturanbietern. Die Laufzeit reicht bis 2030.

Diese Verträge sichern Micron mehr als 22 Milliarden Dollar an finanziellen Zusagen, davon rund 18 Milliarden als direkte Bareinlagen. Das Geld fließt in den Kapitalausbau: Für das Geschäftsjahr 2026 plant Micron Investitionen von 27 Milliarden Dollar. Der Speichermarkt war historisch zyklisch und preisgetrieben. Diese Verträge mit definierten Preisobergrenzen und -untergrenzen ändern das Modell grundlegend.

Rekordzahlen, ausverkaufte Kapazitäten

Der Umsatz im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 lag bei 41,46 Milliarden Dollar — ein Anstieg von 346 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die bereinigten Bruttomargen erreichten mit 84,9 Prozent einen Unternehmensrekord.

Treiber ist die extreme Knappheit bei High Bandwidth Memory. Das HBM-Kontingent für das gesamte Kalenderjahr 2026 ist ausverkauft. CEO Sanjay Mehrotra erwartet, dass das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage im KI-Speichermarkt bis über Ende 2027 hinaus anhält. Parallel dazu läuft die Umstellung auf HBM4 doppelt so schnell wie beim Vorgänger HBM3E.

Für das vierte Quartal stellt das Management rund 50 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht — bei Bruttomargen von 86 Prozent.

Rücksetzer nach dem Allzeithoch

Nach dem Allzeithoch von 1.103,80 Euro am 25. Juni folgte am Freitag ein Rückgang von gut sechs Prozent auf 995,30 Euro. Branchendruck durch schwächere asiatische Speicherhersteller und Berichte über mögliche Verzögerungen bei KI-Investitionen verstärkten den Abgabedruck.

Auf Wochensicht hält die Aktie dennoch ein kleines Plus von 0,38 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt der Kursanstieg 270 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar mehr als 800 Prozent. Der RSI liegt nach dem Rücksetzer bei 59,9 — die Aktie hat damit überkauftes Terrain verlassen, ohne den übergeordneten Aufwärtstrend zu brechen. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt noch immer rund 168 Prozent.

Entscheidend für die nächste Kursbewegung wird sein, wie schnell Micron die ausstehenden Forderungen von 31 Milliarden Dollar in operativen Cashflow umwandelt — und ob der HBM4-Hochlauf den angekündigten Zeitplan hält.

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Micron Aktie

1.025,00 EUR

– 9,20 EUR -0,89 %
KGV 27,40
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 1,37 Bio. EUR
ISIN: US5951121038 WKN: 869020

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