Micron Aktie: 7,23 Prozent Minus nach Broadcom-Schock
Micron-Aktie fällt nach Broadcom-Zahlen um 7 Prozent. Branchenverbände warnen vor explodierenden Speicherchip-Preisen durch KI-Boom.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert über sieben Prozent
- Warnung vor Chipflation durch KI-Boom
- Morgan Stanley hebt Kursziel deutlich an
- Broadcom-Zahlen belasten gesamte Branche
Gerade noch knackte Micron die Billionen-Marke. Am Donnerstag folgte der Rücksetzer: 7,23 Prozent Minus auf 864,80 Euro. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 938,70 Euro wuchs auf knapp acht Prozent.
Der Kursrutsch hat einen doppelten Grund. Einerseits belasten die Zahlen des Branchenkollegen Broadcom die Stimmung im gesamten Sektor. Andererseits zeigt sich ein struktureller Widerspruch – und genau der macht die Geschichte für Anleger so spannend.
Branche schlägt Alarm: „Chipflation“
Neun US-Wirtschaftsverbände – darunter die Autoindustrie, der Einzelhandel und die Medizintechnik – haben am 3. Juni einen Brandbrief an das US-Finanzministerium geschickt. Ihr Vorwurf: Der KI-Boom frisst die Speicherchip-Produktion auf.
Die Folge: Preise explodieren. Manche Speicherchips verteuerten sich innerhalb eines Jahres um das Sechsfache. Analysten sprechen bereits von einer „Chipflation“. Die Verbände warnen vor einer „dringenden Imbalance“ am Markt, die Lieferketten in kritischen Branchen bedroht.
Morgan Stanley verdoppelt Kursziel
Doch die Knappheit hat auch eine positive Seite – zumindest für Micron und seine Wettbewerber. Morgan-Stanley-Analyst Joseph Moore hob das Kursziel von 520 auf 1.050 Dollar an. Sein Rating: „Overweight“.
Moores Begründung: Die DRAM- und HBM-Knappheit werde sich nicht schnell auflösen. Er rechnet mit zwei bis drei Jahren Engpass – oder länger. Die drei großen Hersteller Samsung, SK Hynix und Micron kontrollieren rund 90 Prozent des globalen Marktes. Das ist eine strukturelle Machtposition.
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Für die Kalenderjahre 2026 und 2027 hob der Analyst seine Gewinnerwartungen um vier beziehungsweise 48 Prozent an.
Broadcom trübt das Bild
Parallel dazu belastet der Branchennachbar Broadcom die Aktie. Der Chipkonzern meldete Rekordumsatz für das zweite Quartal: 22,19 Milliarden Dollar, 48 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Prognose für das dritte Quartal lag über den Erwartungen.
Das Problem: Die KI-Semikondaktor-Sparte soll im vierten Quartal 16 Milliarden Dollar umsetzen. Analysten hatten mit 16,36 bis 17,2 Milliarden gerechnet. Die Lücke reichte aus, um Broadcom im nachbörslichen Handel um mehr als 13 Prozent einbrechen zu lassen – und Micron mit nach unten zu ziehen.
Der RSI von Micron liegt mit 70,8 nahe der überkauften Zone. Das erklärt die Anfälligkeit für Rücksetzer. Im Jahresverlauf steht die Aktie dennoch bei plus 221 Prozent.
Am 24. Juni legt Micron die eigenen Q3-Zahlen vor. Dann zeigt sich, ob die Margen im aktuellen Umfeld halten und wie schnell die neue HBM3E-Produktion hochläuft.
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