Micron Aktie: Analysten gegen den Trend

Andreas Sommer ·
Micron Aktie

Während die Micron-Aktie nach einem heftigen Kursrückgang eine Erholung versucht, stemmen sich Wall-Street-Analysten gegen die Stimmung. Der Auslöser der Verkaufswelle — Googles KI-Algorithmus TurboQuant — sei kein strukturelles Problem für den Speichermarkt, argumentieren gleich mehrere Häuser. Gleichzeitig geht ein bedeutender Produktmeilenstein im Lärm der Debatte fast unter.

TurboQuant: Labor-Ergebnis, kein Marktschock

Den Anstoß zur Verkaufswelle gab Google am 24. März mit der Veröffentlichung eines Forschungspapiers zu TurboQuant. Der Algorithmus komprimiert den sogenannten Key-Value-Cache — einen Hochgeschwindigkeitsspeicher, der KI-Modellen das Abrufen früherer Berechnungen ermöglicht — von 16 auf nur 3 Bits pro Wert. Das klingt nach einer erheblichen Bedrohung für den Speicherbedarf.

Bernstein-Analysten bezeichneten die darauffolgende Panik jedoch als übertrieben. Citi-Analyst Atif Malik zog den Vergleich zu DeepSeek: Effizienzgewinne senken zwar die Kosten pro Anfrage, erhöhen aber erfahrungsgemäß die Gesamtnachfrage. BofA-Analyst Vivek Arya verwies zudem darauf, dass vergleichbare Kompressionstechniken seit 2024 existieren, ohne die Hardware-Beschaffung nennenswert zu verändern. Sein stärkstes Argument: Google selbst plant für 2026 Investitionsausgaben von rund 180 Milliarden Dollar — ein Anstieg von etwa 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein Unternehmen, das seinen eigenen Speicherbedarf schrumpfen sieht, verhält sich anders.

TurboQuant ist bislang ein Laborergebnis. Es wird Ende April auf der ICLR 2026 vorgestellt und wurde noch in keiner produktiven KI-Infrastruktur eingesetzt.

Citi senkte zwar das Kursziel von 510 auf 425 Dollar, hält aber an der Kaufempfehlung fest. Aktuell notiert die Aktie bei rund 301 Euro — deutlich unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 345 Euro.

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HBM4 und Rekordquartal im Hintergrund

Inmitten der Verkaufswelle hat ein handfester Fortschritt wenig Beachtung gefunden. Auf der GTC 2026 in San Jose bestätigte Micron, dass es sein HBM4-Speichermodul mit 36 GB bereits in Serie produziert — entwickelt für Nvidias Vera-Rubin-Plattform. Die neue Generation bietet mehr als 2,8 TB/s Bandbreite, was einer 2,3-fachen Steigerung gegenüber HBM3E entspricht. Die gesamte HBM4-Kapazität für dieses Jahr ist bereits durch verbindliche Verträge ausgebucht, darunter erstmals ein Fünfjahresvertrag mit einem Großkunden.

Das alles vor dem Hintergrund eines historisch starken Quartalsberichts: Mitte März meldete Micron für das zweite Fiskalquartal 2026 einen Umsatz von 23,86 Milliarden Dollar — fast eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr und deutlich über den Erwartungen. CFO Mark Murphy betonte, dass die Nachfrage das Angebot in beiden Segmenten, DRAM und NAND, weiterhin übersteige. Micron kann nach eigenen Angaben nur 50 bis 67 Prozent der Kundennachfrage bedienen.

Was den Kurs als nächstes bewegt

Von 43 abdeckenden Analysten empfehlen 38 die Aktie zum Kauf, mit einem Konsens-Kursziel von 527,60 Dollar. Der nächste konkrete Prüfstein ist der Quartalsbericht für das dritte Fiskalquartal 2026, der für den 24. Juni erwartet wird. Zeigt das Rechenzentrums-NAND-Segment dort weiteres Wachstum, verliert die TurboQuant-Nachfragedestruction-These ihren wichtigsten Angriffspunkt.

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Micron Aktie

295,50 EUR

+ 3,70 EUR +1,27 %
KGV 15,95
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,15 %
Marktkapitalisierung 380,99 Mrd. EUR
ISIN: US5951121038 WKN: 869020

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