Micron Aktie: Bank of America hebt Ziel auf 1.550 Dollar
Nach einem Kurssprung von über zwölf Prozent konsolidiert die Micron-Aktie. Analysten sehen weiteres Potenzial dank KI-Boom.

Kurz zusammengefasst
- Bank of America stuft Micron hoch
- Umsatzwachstum von 346 Prozent
- HBM-Produktion bis 2027 ausgebucht
- Konsolidierung nach starkem Kursanstieg
Micron Technology hat einen der stärksten Handelstage seines jüngeren Börsenlebens hinter sich – und tritt nun auf die Bremse. Nachdem die Aktie am 21. Juli 2026 um mehr als zwölf Prozent auf 970,82 US-Dollar gesprungen war und damit wieder eine Marktkapitalisierung von über einer Billion Dollar erreichte, geht dem Papier zum Wochenstart die Puste aus. Aktuell notiert die Aktie bei 826,90 Euro, ein Minus von 3,04 Prozent auf Tagesbasis. Der Rücksetzer kommt, nachdem der Titel bereits am Vortag von 852,80 Euro aus ins Minus gerutscht war – ein klassisches Innehalten nach einem fulminanten Kurssprung.
Bank of America macht Micron zum Favoriten
Auslöser der Rally war eine Hochstufung von Bank of America Securities. Analyst Vivek Arya nahm Micron am 21. Juli in die „U.S. 1 List“ des Hauses auf, bestätigte sein Kaufvotum und erhöhte das Kursziel von 1.500 auf 1.550 US-Dollar. Arya begründete den Schritt mit der wachsenden Bedeutung von Speicherchips für KI-Rechenzentren: Speicher mache inzwischen 35 bis 40 Prozent der Cloud-KI-Ausgaben aus, zwei- bis dreimal so viel wie historisch üblich. Die Kapazitäten für High-Bandwidth-Memory seien mindestens bis 2027 ausgebucht.
Weitere Häuser zogen nach oder bestätigten ihre positive Haltung. KeyBanc stufte Micron auf Overweight hoch und nannte ein Kursziel von 1.750 Dollar. Cantor Fitzgerald setzte das Ziel auf 2.000 Dollar, Phillip Securities auf 1.870 Dollar. Morgan-Stanley-Analyst Joseph Moore rechnet damit, dass sich der Speichermangel in Rechenzentren bis 2028 noch verschärft, mit einem Preisanstieg von 25 Prozent im dritten Quartal gegenüber dem zweiten. UBS-Analyst Timothy Arcuri sieht keine Anzeichen für ein Überangebot und traut Micron bis Ende 2028 Aktienrückkäufe von mehr als 40 Prozent des ausstehenden Kapitals sowie einen freien Cashflow von über 400 Milliarden Dollar zu.
Geschäftszahlen untermauern die Euphorie
Die fundamentale Basis für den Optimismus liefert das jüngste Quartal. Im dritten Geschäftsquartal 2026 wuchs der Umsatz auf rund 41,5 Milliarden Dollar, ein Plus von 346 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von etwa 9,3 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn lag bei 28,2 Milliarden Dollar bei einer Bruttomarge von 85 Prozent. Für das vierte Geschäftsquartal stellt Micron einen Umsatz von 50 Milliarden Dollar plus/minus einer Milliarde in Aussicht, bei einer Bruttomarge von 86 Prozent und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 31 Dollar plus/minus einem Dollar. Nach Unternehmensangaben ist die gesamte HBM-Produktion für 2026 bereits verkauft.
Zusätzlichen Rückhalt gibt die Kundenbasis: 16 langfristige Abnahmeverträge mit Take-or-pay-Klauseln bis 2030 sichern nach Unternehmensangaben mehr als die Hälfte des Umsatzes ab. Am 21. Juli meldete Micron zudem strategische Vereinbarungen mit Automobilzulieferern wie Qualcomm, Visteon, HARMAN, JOYNEXT, DENSO, Astemo und Hyundai Mobis – ergänzend zu bereits bestehenden Abkommen mit GM und Ford. CEO Sanjay Mehrotra betonte dabei den Aufbau eines Ökosystems für Innovationen im Automobilbereich. Ausgerechnet diese Meldung ließ die Aktie vorbörslich zunächst um 4,5 Prozent fallen, ehe die breite Speicherchip-Rally die Stimmung drehte.
Technisches Bild: Konsolidierung nach starkem Lauf
Nach dem Kurssprung pendelt sich die Aktie nun in der Nähe ihres 50-Tage-Durchschnitts von 835,28 Euro ein, von dem sie nur rund ein Prozent entfernt notiert – ein Zeichen dafür, dass der jüngste Schub den mittelfristigen Trend bislang nicht nachhaltig verlassen hat. Zum Rekordhoch von 1.103,80 Euro, erreicht am 25. Juni 2026, fehlen dem Titel dagegen noch gut 25 Prozent. Der breitere Speicherchip-Sektor hatte zuvor einen deutlichen Ausverkauf erlebt: Der Philadelphia Semiconductor Index war zwischenzeitlich um rund 20 Prozent von seinem Hoch gefallen, JPMorgan wertete dies als überverkaufte Marktlage und riet zum Wiedereinstieg.
Als weiterer Kurstreiber galt die Ankündigung des chinesischen KI-Anbieters Moonshot, ein kostenloses Modell namens Kimi K3 anzubieten – Bank of America wertete dies als Bestätigung der bullishen These für den Speichermarkt, weil neue KI-Anwendungen zusätzliche Nachfrage nach Speicherkapazität erzeugen. Der Wall-Street-Konsens bleibt insgesamt optimistisch gestimmt: 31 Kaufempfehlungen und neun „Strong Buy“-Einstufungen stehen einer einzelnen „Strong Sell“-Bewertung gegenüber, das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 1.492 US-Dollar.
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