Micron bekommt Rückenwind von unerwarteter Seite: S&P Global Ratings stuft die Kreditwürdigkeit des Speicherchip-Herstellers hoch und vergibt zudem einen positiven Ausblick. Der Treiber dahinter ist klar: KI-Anwendungen ziehen den Bedarf an modernen Speicherchips nach oben – und verbessern damit Planungssicherheit, Wachstum und Cashflows. Doch wie viel Substanz steckt hinter dem Optimismus, wenn der Tech-Sektor gleichzeitig eine Verschnaufpause einlegt?
S&P hebt Rating an – dank KI-Nachfrage
S&P Global Ratings hat Micron von „BBB-“ auf „BBB“ hochgestuft und den Ausblick auf „positiv“ gesetzt. Für den Markt ist das mehr als ein formaler Stempel: Ein besseres Rating signalisiert ein robusteres Finanzprofil und kann Finanzierungskosten senken.
Die Ratingagentur verweist auf eine strukturell stärkere Nachfrage nach High-Bandwidth Memory (HBM) und DRAM. Diese Speicherarten sind besonders wichtig für Rechenzentren und KI-Workloads. Premium-Produkte wie HBM und bestimmte NAND-Lösungen machten im Geschäftsjahr 2025 laut S&P rund 35% des Umsatzes aus.
Mehr Cashflow, weniger Hebel
S&P erwartet, dass der Nettoverschuldungsgrad in Richtung null läuft. Zusätzlich soll sich im Geschäftsjahr 2026 ein Kassenbestand von über 10 Milliarden US-Dollar aufbauen. Rückenwind kommt dabei auch über die Preisseite: Höhere Preise für Speicherprodukte dürften den operativen Cashflow deutlich anheben.
Spannend ist auch der Blick auf die Investitionslast: Das Verhältnis von Netto-Investitionen (Capex) zum operativen Cashflow soll laut Prognose von etwa 80% auf rund 50% sinken. In der Praxis heißt das: Investitionen bleiben hoch, drücken aber weniger stark auf die Finanzkraft.
Am Freitag schloss die Aktie bei 349,00 Euro und lag damit im Wochenvergleich rund 4% im Minus – ein Zeichen dafür, dass der Markt die bessere Fundamentallage derzeit mit Gewinnmitnahmen im Tech-Sektor zusammen einpreist.
Milliarden für Fabriken – Kapazität schon verplant
Parallel zum besseren Kreditprofil treibt Micron den Ausbau der Fertigung massiv voran. Geplant sind Investitionen von bis zu 200 Milliarden US-Dollar bis 2030, um die Rechenzentrumsnachfrage zu bedienen. Dazu zählen ein Megafab-Komplex in New York (100 Milliarden US-Dollar) sowie eine Erweiterung in Idaho (50 Milliarden US-Dollar). Die ersten neuen Wafer aus den zusätzlichen Linien werden für Mitte 2027 erwartet.
Der Engpass bleibt dabei das zentrale Thema. Die komplette HBM-Kapazität für 2026 ist bereits an Kunden vergeben. Für einige wichtige Kunden soll Micron aktuell nur etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Nachfrage bedienen können. Das Unternehmen rechnet damit, dass das Angebot auch über 2026 hinaus knapp bleibt, weil Hyperscaler weiter kräftig in Speicher und Storage investieren.
Zum nächsten Härtetest wird der Quartalsbericht: Die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal sind für den 18. März 2026 angekündigt. Nach 57% Umsatzwachstum im ersten Quartal wird dort vor allem zählen, ob Preissetzungsmacht und Wachstumstempo die hohen Ausbaupläne weiter rechtfertigen.
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